Tokio (JAPANMARKT) – Japan will rund 150 Entwicklungsprojekte in fünf Anrainerstaaten des Flusses Mekong unterstützen. Dabei verfolgt die Regierung von Shinzo Abe auch ein politisches Ziel.

Tokyo Strategy 2018

Bei den 150 Projekten unter dem Namen „Tokyo Strategy 2018“ geht es nicht nur um die Errichtung von neuer Infrastruktur, etwa den Ausbau von Flughäfen in Laos und neue Straßen in Myanmar, sondern auch um eine direkte Unterstützung der Gesellschaft, darunter bessere Postdienste und den Einsatz digitaler Technik im Gesundheitswesen. Eines der Projekte fördert zum Beispiel die Beseitigung von Landminen in Laos, die seit dem Vietnamkrieg auf vielen Böden eine landwirtschaftliche Nutzung verhindern.

Auf diese Weise versucht sich Japans Entwicklungspolitik – die „Overseas Development Aid“ (ODA) – von  Chinas „Belt and Road“-Initiative zu unterscheiden, bei der mit günstigen Milliarden-Krediten Eisenbahnen, Häfen und Straßen in vielen asiatischen Ländern gebaut werden. In Konkurrenz zu China verfolgt Japan in Asien dagegen eine „Free and Open Indo-Pacific“-Strategie. Dabei geht es unter anderem darum, dass die wichtigen Verkehrsadern in Asien zum Nutze aller Staaten offen und sicher bleiben.

Einfluss auf Asien

Laut japanischen Medienberichten machten zumindest einige der fünf Regierungschefs der Mekong-Staaten während des Gipfels deutlich, dass sie eine Zusammenarbeit von China und Japan gegenüber Konfrontation und Wettbewerb bevorzugten. Von einer solchen Kooperation würden auch die Mekong-Anrainer profitieren, sagte der thailändische Premierminister Prayuth Chan-ocha bei der Pressekonferenz mit Premier Abe.

Die Regierungschefs von Vietnam, Kambodscha, Thailand, Myanmar und Laos kommen jährlich seit dem Jahr 2009 mit Japan bei dem Japan-Mekong-Gipfel zusammen, um über Hilfen für ihre Volkswirtschaft zu beraten. Es war das erste Mal seit drei Jahren, dass dieses regionale Treffen in der japanischen Hauptstadt stattfand.

Foto: Offizielles Abschlussbild zum Japan-Mekong-Gipfel in Tokio (Kantei)