Tokio (JAPANMARKT) – Japanische Kei-Cars waren einst die Domäne der Hausfrauen und der Landbewohner in Japan. Doch nun setzen sich immer mehr Senioren ans Steuer.

Wandel der Käuferschaft

Nach dem Weltkrieg führte Japan die Kategorie der Kei-Cars (Leichtfahrzeuge) ein, damit junge Familien sich ein Auto leisten konnten. Das ist der ursprüngliche Grund dafür, warum diese Fahrzeuge so klein und schwach motorisiert sind – maximal dürfen sie nur 3,40 Meter lang und 1,50 Meter breit sein. Der Motor ist auf 64 PS und 660 Kubikzentimeter Hubraum begrenzt.

Die Kei-Cars setzten sich in Japan durch, weil sie aufgrund ihrer Größe und Leichtbauweise preisgünstig sind und durch relativ niedrige Steuern und Versicherungsprämien gefördert werden. Der Erfolg ist riesig: Im vergangenen Jahr wurden 1,8 Millionen Fahrzeuge dieser Kategorie – vom Kei-Car über den Microvan bis zum Kei-Truck – zugelassen.

Die meisten Käufer waren bisher Hausfrauen und Familien mit kleinen Kindern. Vor allem außerhalb der großen Metropolen sind die Kei-Cars verbreitet, auch weil die Menschen dort weniger verdienen. Aber inzwischen werden Kei-Cars bei Senioren immer beliebter. In höherem Alter steigen sie auf die kleineren und leichter handbareren Fahrzeuge um.

Mehr Systeme für Senioren

Die vier Produzenten von Kei-Cars – Honda, Mitsubishi, Daihatsu und Suzuki – haben laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters diesen Trend erkannt. Deswegen statten sie Kei-Cars neuerdings verstärkt mit Sicherheitssystemen aus, die besonders Senioren ansprechen.

So erkennen einige dieser neuen Autos zum Beispiel automatisch, ob Gas- und Bremspedal verwechselt werden – die Ursache mehrerer Seniorenunfälle in Japan. Außerdem stoppen sie das Auto selbständig, falls der Fahrer vor einem Hindernis nicht bremst. Diese Systeme sind nicht billig, aber scheinen den Verkauf der Fahrzeuge an ältere Japaner anzukurbeln.

Foto: N-Box von Honda ist Japans erfolgreichster Kei-Car (Wikipedia CC BY-SA 3.0)