Tokio (JAPANMARKT) – Zehn Prozent der Top-Manager in Japans Unternehmen sollen bereits in zwei Jahren Frauen sein. Das Ziel ist wohl nur schwer zu erreichen.

Gesenkte Zielquote

Die Regierung von Shinzo Abe hatte zunächst eine Quote von 30 Prozent ausgegeben, die die Unternehmen erfüllen sollten. Später wurde die Zielquote auf 10 Prozent gesenkt, die bis 2020 geschafft werden soll.

Nun zeigen jedoch neue Umfragezahlen, dass bisher nur ein Viertel von größeren Unternehmen in Japan eine Frauenquote von mindestens zehn Prozent bei Geschäftsführern, Vorstandsmitgliedern und Mitglieder des Verwaltungsrates erfüllt.

Fast ein Drittel ohne Ehrgeiz

Die Umfrage der Finanzzeitung Nikkei lief von Ende August bis Mitte September. Von den befragten 3.672 börsennotierten Unternehmen antworteten 594. Davon meldeten 156 Unternehmen – etwas mehr als 26 Prozent – eine Frauenquote von über zehn Prozent. 321 Unternehmen hatten mindestens eine Frau in einer Top-Position.

Immerhin knapp 57 Prozent der befragten Unternehmen berichteten, sie bildeten ihre weiblichen Manager selbst aus. Knapp 19 Prozent wollen sie sich mit Hilfe von Executive-Search-Unternehmen von außerhalb holen. Zugleich teilten fast 32 Prozent der Unternehmen mit, sie unternähmen gar keine Anstrengungen, die Frauenquote zu steigern.

Mangel an Kandidatinnen

Die Umfrage ergab auch interessante Antworten auf die Frage, warum die Quote so niedrig ist: Rund 42 Prozent der Unternehmen nannten eine geringe Anzahl von Kandidatinnen mit den notwendigen Qualifikationen als Grund. Das überrascht nicht, da in der Vergangenheit nur wenige Frauen für eine Karriere bis ganz nach oben vorgesehen wurden.

Weitere 41 Prozent der Unternehmen sagten, es gebe wenig Frauen im typischen Alter von Top-Managern, also deutlich über 50. Auch diese Antwort ist interessant, weil die Unternehmen zwar mehr Frauen in Top-Jobs beschäftigen sollen, aber an ihrer sonstigen Umgebung für Top-Manager – etwa an einem inoffiziellen Mindestalter – offenbar nichts ändern wollen.

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