Tokio (JAPANMARKT) – Japans Regierung will die Menge an Plastikabfall verringern. Das Ziel ist allerdings recht ehrgeizig, vor allem beim Bioplastik.

Plastik im Pazifik

Nach den USA produziert Japan im internationalen Vergleich den meisten Plastikabfall pro Kopf. Dennoch hat die Regierung bisher wenig dagegen getan. Nun hat sich die Lage geändert. Die Europäische Union versucht den Verbrauch an Plastiktüten zu reduzieren. US-Präsident Donald Trump machte Japan und China dafür verantwortlich, dass riesige Plastikmengen an der Westküste der Vereinigten Staaten anschwemmen. Außerdem will Japans Regierung vor dem G-20-Gipfel in Osaka im Juni 2019 ein Zeichen für den Umweltschutz setzen.

Laut japanischen Medienberichten werden die Weichen morgen im Umweltministerium gestellt. So will Japan die Verwendung von biologisch abbaubarem Plastik von 70.000 Tonnen im Jahr 2013 auf zwei Millionen Tonnen im Jahr 2030 steigern. Angesichts der deutlich höheren Kosten dürfte dieses Ziel schwer zu erreichen sein. Der Anteil von wiederverwertetem Plastik soll von 53 Prozent auf 60 Prozent für sämtlichen Haushalts- und Industrieabfälle zunehmen.

Pflichtabgabe für Plastiktüten

Als wichtige Maßnahme gilt die Einführung einer Pflichtabgabe für Plastiktüten in Einzelhandelsgeschäften. Bisher können diese Geschäfte selbst entscheiden, ob sie eine Gebühr verlangen oder nicht. Die Supermärkte des größten Einzelhändlers Seven & I Holdings und Coop-Märkte zum Beispiel berappen zwei Yen für eine größere Einkaufstüte.

Nach den aktuellen Plänen soll die neue Vorschrift ab 2020 gelten. 30 Prozent der aktuell 45 Milliarden neuen Plastiktüten pro Jahr in Japan werden laut der Finanzzeitung Nikkei von den „Konbini“ genannten Mini-Supermärkten verteilt. Einige der Ketten packen jede Ware automatisch in eine Tüte ein, andere fragen die Kunden vorher, um den Verbrauch zu reduzieren.

Ein Grund für den hohen Verbrauch an Plastiktüten in Japan ist die Angewohnheit der Supermärkte, Kassierer gekühlte und frische Lebensmittel noch einmal in eine Extratüte stecken zu lassen, obwohl diese bereits abgepackt sind. Das soll das Auslaufen von Flüssigkeiten verhindern, falls die Originalverpackung beschädigt wird oder ist, was jedoch selten passiert.

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