Tokio (JAPANMARKT) – Die Mini-Supermärkte in Japan – Konbini genannt – finden nicht genug Personal. Daher setzen sie verstärkt auf geldwerte Extras zum Lohn.

Reiskocher zum Niedrigpreis

Teilzeitarbeitskräfte der Kette FamilyMart werden über den Stundenlohn hinaus damit belohnt, dass sie Haushaltsgeräte wie Reiskocher eines bestimmten Herstellers mit einem Nachlass von bis zu 60 Prozent kaufen können. Der Test dieser Vergünstigung war so erfolgreich, dass FamilyMart dieses Bonbon ihren allen mehr als 200.000 Mitarbeitern in 17.000 Filialen anbieten will. Auch eine Ausweitung auf Nahrungsmittel, Waren des täglichen Bedarfs, Reisen und anderes ist geplant.

Seven & I Holdings, Betreiber der Mini-Supermarktkette Seven Eleven, bietet seinen Mitarbeitern bereits seit April 2017 einen Discount auf Hotelübernachtungen und Reisedienste der Gruppenfirma Relo an. Mitarbeiter in rund der Hälfte der 10.000 Geschäfte in Japan haben diese Möglichkeit genutzt. Die Angestellten von Lawson, der dritte große Konbini-Betreiber in Japan (konbini ist die japanische Abkürzung des englischen Worts „convenience store“), können CDs, DVDs und Bücher zum Sonderpreis bei Unternehmen der Gruppe erhalten.

Wettrennen um neue Filialen

Das Geschäft der Mini-Supermärkte in Japan ist laut einem Bericht der Finanzzeitung Nikkei extrem wettbewerbsintensiv. Die Zahl ihrer Filialen sei in den vergangenen zehn Jahren um fast ein Drittel auf über 55.000 gewachsen. Die Eröffnung von neuen Filialen wird über das Umsatzwachstum in bestehenden Geschäften finanziert. Doch die kleinen Supermärkte, die teilweise 24 Stunden geöffnet sind, finden immer schwer neue Mitarbeiter und müssen auch um ihr vorhandenes Personal buhlen. Denn im Schnitt zahlen sie laut dem Nikkei-Bericht nur 955 Yen die Stunde. Mit anderen Teilzeitjobs lässt sich jedoch inzwischen mehr verdienen.

Bislang haben die großen Ketten die Lohnfrage wegen des häufig genutzten Franchise-Prinzips weitgehend den Betreibern ihrer Märkte überlassen. Aber inzwischen greifen sie stärker in den Betrieb ein. Erstens bemühen sie sich um Automatisierung, etwa mit Funkchips für alle Waren und Kassen zum Selbstzahlen. Zweitens stellen sie verstärkt Ausländer ein. Bei Seven-Eleven ist ihr Anteil schon auf über sieben Prozent gestiegen. Drittens sollen zusätzliche Vorteile wie Preisnachlässe das Personal bei der Stange halten. Diese Mischung scheint vorerst zu wirken.

Foto: Typischer Konbini in Japan (Wikipedia CC BY-SA 3.0)