Tokio (JAPANMARKT) – Japanische Unternehmen zeigen zunehmende Experimentierfreude bei der Ausgestaltung ihrer Arbeitsplätze. Ihre Ziele sind Ideen und Innovationen.

Co-Working boomt

Vor einigen Jahren war Co-Working in Japan weitgehend unbekannt. Doch der Anteil von Büroflächen für Co-Working ist laut Immobilienvermittler CBRE von 0,5 Prozent im Jahr 2009 auf zuletzt 7,9 Prozent gestiegen. Mit Co-Working sind Büroflächen gemeint, auf denen Schreibtische und Flächen einzeln und zeitlich flexibel vermietet werden.

Co-Working breitet sich in Japan vor allem durch den US-Anbieter WeWork aus, der durch den japanischen Technologieinvestor Softbank mitfinanziert wird. WeWork setzt auf ein spezielles Design. Durch die Anordnung der Wände, Treppen und Sitzecken sollen die Beschäftigten verschiedener Unternehmen miteinander in Kontakt kommen. Dadurch entstehen neue Netzwerke, Ideen und Geschäftschancen.

Dieses Angebot passt wie die Faust aufs Auge in eine japanische Geschäftswelt, die nach Wegen der Erneuerung sucht, um international nicht den Anschluss zu verlieren. Deshalb mieten selbst große Konzerne wie Kawasaki Heavy inzwischen Co-Working-Flächen für kleine Mitarbeitergruppen an, die das Geschäftsverhalten ihres Unternehmens analysieren und verbessern sollen.

Arbeiten in der Karaoke-Box

Aber nicht alle Unternehmen sind von dieser Form des Co-Workings überzeugt. Fuji Xerox zum Beispiel ermöglicht einigen Mitarbeitern die Arbeit außerhalb der normalen Bürogebäude. Dafür wurden in größeren U-Bahnstationen geschlossene Ein-Personen-Kabinen als Satellitenbüros aufgestellt– zum Arbeiten mit Laptop und für ungestörte Geschäftsanrufe.

Eine weitere Alternative bieten Karaoke-Boxen der Kette Daichikosho. Dort können Angestellte für 600 Yen pro Stunde Präsentationen vorbereiten und einüben.

Der Anbieter Snow Peak Business Solutions baut sogar „Outdoor-Büros“ in Form von Zelten auf, die vor großen Bürogebäuden aufgestellt werden. In den Zelten können sich kleine Mitarbeitergruppen im Freien treffen, damit sie außerhalb der normalen Arbeitsumgebung neue Geschäftsideen und Verbesserungsvorschläge entwickeln.

Foto: WeWork-Fläche in Marunouchi/Tokio (WeWork/Kevin Kaminski)