Tokio (JAPANMARKT) – Japans Telekom-Platzhirsch NTT leidet unter der schwindenden Bedeutung des Festnetzes. Nun entdeckt der Konzern seinen Immobilienschatz.

Festnetz im Niedergang

Bei ihrem jüngsten Investoren-Tag stellte NTT das Geschäft mit Immobilien als potenzielle neue Geschäftssparte dar. Denn Japans Telekomriese, beim Festnetz ähnlich bedeutend wie die Deutsche Telekom in Deutschland, besitzt rund 9.000 Gebäude.

Davon befinden sich rund 50 Gebäude an Standorten mit einem besonders hohen Immobilienwert – zum Beispiel in Tokio innerhalb des Kreises der S-Bahn-Ringlinie Yamanote, aber auch im Zentrum von Osaka und Nagoya. Nun will NTT den Wert dieser Liegenschaften durch die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Stadtregierungen erhöhen.

Dabei geht NTT davon aus, dass die Zahl ihrer künftig anders nutzbaren Gebäude steigen wird, da mehr und mehr Festnetzanschlüsse in Japan auf Mobilfunk umgestellt werden. Damit schrumpft die Notwendigkeit, innerhalb des Stadtzentrums entsprechende Schaltzentralen vorzuhalten. Japans Festnetz soll 2025 abgeschafft werden.

Pluspunkte mit Rechenzentren

Nach Ansicht der Investmentbank Nomura lässt sich die Nutzung dieser Immobilien in Zusammenarbeit mit einer NTT-Tochter fördern. Laut NTT-Angaben am Investorentag verfügt die Tochter NTT Facilities dafür über 730 erstklassige Architekten und rund 2.000 hochrangige Elektroingenieure, um diese Standorte für eine lukrative Nutzung vorzubereiten.

Auch im jahrelang wenig erfolgreichen Auslandsgeschäft meldete NTT gegenüber den Kapitalanlegern Fortschritte. So gibt es eine Absichtserklärung von Las Vegas, mit NTT Feldversuche für Sicherheitslösungen zu veranstalten. Laut Nomura hat der japanische Telekom-Spezialist gute Aussichten, im Ausland mit seinen Rechenzentren Gewinne zu erzielen.

Foto: Öffentliches Karten-Telefon (Wikipedia CC BY 2.0)