Tokio (JAPANMARKT) – Die Zukunft des Elektroautos hängt auch am Gewicht, weil es die Reichweite mit bestimmt. Hier setzt ein japanisches Forschungsprojekt an.

Iron to Polymer

„ItoP“ heißt das Vorhaben – die Abkürzung steht für „Iron to Polymer“, also Eisen zu Kunststoff. Das Ziel ist ein Automobil, das aus Plastik statt aus Stahl gefertigt wird. Dadurch soll das Gewicht deutlich sinken und die Reichweite der Batterien eines Elektroantriebs entsprechend erhöht werden.

Das erste Konzeptauto (siehe Foto) wurde gemeinsam von den Chemie- und Kunststoffspezialisten Toray, Mitsubishi Chemical, Sumitomo Chemical, Asahi Glass sowie Bridgestone entwickelt. Dabei machen Polymer-Kunststoffe 47 Prozent des Fahrzeugs aus, so dass das Gewicht auf 850 Kilogramm sinkt. Ein herkömmliches Fahrzeug wiegt zwischen 1.200 und 1.400 Kilogramm.

Das Konzeptauto hat eine eiförmige Kabine und eine separate Vorderradabdeckung, eine große Fensterfläche und eine große sich öffnende Tür. Der Innenraum der Kabine mit seinen Überwachungs- und Lenksystemen ist für den zukünftigen automatisierten Betrieb vorbereitet und bietet Platz für drei Personen.

Neuartiger Kunststoff

Die Karosserie sowie Fahrwerksfedern, Stoßdämpfer, Batterieeinheiten und Innenraummaterial bestehen überwiegend aus einem neuen Kunststoff, der härter und haltbarer als bisherige Polymere ist. Chefentwickler ist Kozo Ito von der Universität Tokio. Ein Polymer namens Perspex wird bereits heute in Fahrzeugen verwandt. Für das ItoP-Fahrzeug wurde dieser Kunststoff weiter entwickelt.

Laut einem Bericht der Financial Times unter Berufung auf das Forschungslabor von Sumitomo Chemical ist das neue Material zehn Mal härter und 1,6 Mal flexibler als Perspex und hat die Sicherheitsprüfungen für Windschutzscheiben bestanden. Die Kommerzialisierung könne schon 2019 beginnen, weil es bereits Erfahrungen mit Perspex gebe, heißt es in dem Bericht.

Foto: Konzeptfahrzeug ItoP (© JST)