Tokio (JAPANMARKT) – Japanische Kosmetikhersteller stellen etablierte Regeln der Globalisierung auf den Kopf und setzen auf „Made in Japan“. Denn das ist für viele Kunden wichtig.

Prestige und Qualität

In Asien ist „Made in Japan“ ein ähnliches Gütesiegel wie „Made in Germany“. Die Herkunft aus einem geschätzten Hochlohnland erhöht den Produkt- und Markenwert und damit das Prestige für den Käufer und garantiert eine hohe und verlässliche Qualität. Daher kaufen etwa chinesische Touristen Kosmetik gerne in Japan ein, obwohl es die gleichen Produkte auch „Made in China“ in ihrer Heimat gibt.

Vor diesem Hintergrund haben vor allem japanische Kosmetikhersteller ihre bisherige Auslandsstrategie geändert. Bislang bauten viele japanische Konsumgüterhersteller Produktion und Vertrieb in den Absatzländern auf. Nun erweitern sie ihre Kapazitäten in Japan und verkaufen an ausländische Kunden in Japan und exportieren ins Ausland.

Neue Fabriken in Japan

So wendet Shiseido bis 2022 insgesamt 140 Milliarden Yen (1,1 Milliarden Euro) auf, um neue Produktionslinien in der Heimat einzurichten. Das sind 45 Milliarden Yen mehr als ursprünglich geplant. Die erste neue Kosmetikfabrik in Japan seit Jahrzehnten eröffnet 2019 nördlich von Tokio und eine weitere 2020 in einem Vorort von Osaka.

Der Hersteller Kose erweitert in den nächsten zwei Jahren sein Werk im Großraum Tokio. Der Schwerpunkt liegt auf der Hautpflegemarke Albion, die bei chinesischen Touristen beliebt ist. Laut der Finanzzeitung Nikkei ging ein Fünftel des Albion-Umsatzes von 68 Milliarden Yen auf das Konto von chinesischen Touristen in Japan.

Der Strategiewechsel wird durch den Vormarsch des Online-Handels unterstützt. Chinesische Touristen, die japanische Kosmetik in Japan mit nach Hause nehmen, können über die Einkaufsplattform Alibaba direkt aus Japan Nachschub bestellen. Auf diese Weise können die japanischen Hersteller in den Markt ohne hohe Investitionen in Produktion und Vertrieb eindringen.

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