Tokio (JAPANMARKT) – Ungeachtet der Ermordung eines Regimekritikers hält Masayoshi Son, Chairman und CEO der Softbank Group, an seiner Geschäftsbeziehung mit Saudi-Arabien fest. Für sein Unternehmen steht viel auf dem Spiel.

„Schrecklicher Vorfall“

„Dieser schreckliche Vorfall hätte niemals passieren dürfen“, erklärte Son anlässlich der Vorlage der Geschäftszahlen. Er habe seine Bedenken Saudi-Kronprinz Mohammed bin Salman direkt mitgeteilt. Aber Softbank habe auch eine Verantwortung gegenüber dem saudischen Volk, die Diversifizierung der Wirtschaft weg vom Öl sicherzustellen, argumentierte Son.

Saudi-Arabien ist mit 45 Milliarden Dollar der größte Investor in dem 92 Milliarden Dollar schweren Softbank Vision Fund. Über den Fonds hält Softbank Anteile an Chinas Amazon-Rivalen Alibaba, dem Fahrdienstvermittler Uber und zahlreichen Start-ups. Ohne das Saudi-Kapital ist die Strategie von Son gefährdet, Softbank in einen Technologiefonds umzuwandeln. Deswegen hatte die Softbank-Aktie seit dem September-Hoch rund ein Viertel verloren.

Erfolgreiche Investitionen

Im vergangenen Geschäftsquartal ist sein Kalkül jedenfalls aufgegangen. Vor allem aufgrund der Wertgewinne des Fonds sprang der operative Gewinn von Softbank um 80 Prozent zum Vorjahr auf 705,7 Milliarden Euro (5,5 Milliarden Euro). So verteuerten sich die Aktien von Nvidia um 19 Prozent. Der Wert der Beteiligung an der indischen Hotel-App Oyo verdoppelte sich auf 200 Millionen Dollar. Dazu kam ein unerwarteter Gewinn des US-Telekomanbieters Sprint. Das Ergebnis lag klar über den Erwartungen. Allerdings erschwerte die geänderte Bilanzlegung den Vergleich zum Vorjahr.

Softbank-Chef Son warb auch für den bevorstehenden Börsengang der japanischen Mobilfunksparte am 19. Dezember mit Erlösen von bis zu 3 Billionen Yen (23 Milliarden Euro). Die Sorge der Investoren gilt dem verschärften Wettbewerb in Japan. Marktführer NTT Docomo will die Preise ab dem Frühjahr 2019 um bis zu 40 Prozent senken; zugleich tritt Rakuten als vierter Netzbetreiber an. Doch laut Son wird Softbank die Personalkosten binnen zwei bis drei Jahren um 40 Prozent drücken. Deswegen würden Umsatz und Gewinn der Telekom-Sparte weiter wachsen, versprach der Konzernchef.

Foto: Logo von Softbank (Softbank)