Tokio (JAPANMARKT) – Der Mitsubishi Regional Jet wird immer teuer. Jetzt musste das Unternehmen hinter dem Flieger ein dickes Rettungspaket schnüren.

Löchrige Kapitaldecke

Der Mitsubishi Regional Jet mit seinen 92 Sitzen ist das erste Flugzeug eines rein japanischen Herstellers seit den sechziger Jahren. Die erste Maschine sollte schon 2013 an den ersten Kunden All Nippon Airways ausgeliefert werden. Doch aufgrund mangelnder Erfahrung mit dem Flugzeugbau wurde dieser Termin mehrmals verschoben. Nun soll es 2020 soweit sein, sieben Jahre später als versprochen.

Die vielen Verzögerungen haben unterdessen große Löcher in die Kapitaldecke des Herstellers Mitsubishi Aircraft gerissen. Zu Ende März überstiegen die Verbindlichkeiten die Vermögenswerte um 110 Milliarden Yen. Deshalb musste die Konzernmutter Mitsubishi Heavy Industries jetzt eingreifen.

Schwierige Zulassung

Die Tochtergesellschaft erhält 170 Milliarden Yen an frischem Kapital. Außerdem werden dem Flugzeughersteller Kredite über 50 Milliarden Yen erlassen. Dadurch steigt der Anteil von Mitsubishi Heavy an Mitsubishi Aircraft von 64 Prozent auf fast 87 Prozent. Andere Anteilseigner sind Toyota und das Handelshaus Mitsui, die sich an den Kapitalmaßnahmen jedoch nicht beteiligen.

Da japanische Unternehmen jedoch viele Flugzeugteile für Boeing und andere Flugzeughersteller produzieren, vertraute Mitsubishi Heavy darauf, dass genug Knowhow für Design und Produktion eines eigenen Flugzeugs vorhanden war. Doch dies war offenbar eine Fehleinschätzung. Die Zulassung in Japan und den USA erwies sich als hohe Hürde.

Foto: Mitsubishi Aircraft