Tokio (JAPANMARKT) – Gegen den weltweiten Trend hat Toyota die Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Ein Grund ist die Sparwut von Japans größtem Unternehmen.

Höhere Prognose

Toyota erwartet nun einen Nettogewinn von 2,3 Billionen Yen (17,8 Milliarden Euro) – 8,5 Prozent mehr als zuvor vorhergesagt, aber immer noch 7,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Operativ rechnet der japanische VW-Rivale mit einem Ertrag von 2,4 Billionen Yen (18,6 Milliarden Euro), vier Prozent über der alten Prognose und damit so viel wie im Vorjahr.

Nach 29 Billionen Yen in 2017 sagt Toyota nun Einnahmen von 29,5 Billionen Yen (228,7 Milliarden Euro) vorher. Die Absatzprognose von 8,9 Millionen Fahrzeugen für 2018/9 blieb unverändert. Einschließlich der Töchter Hino (Nutzfahrzeuge) und Daihatsu (Kleinwagen) will die japanische Gruppe im Kalenderjahr 2018 10,5 Millionen Autos verkaufen. Damit dürfte Toyota hinter Volkswagen und dem Renault-Nissan-Mitsubishi-Verbund wie 2017 am Jahresende auf dem dritten Platz der globalen Autoliga stehen.

Währungseffekte stützen

Der verbesserte Ausblick resultiert vor allem aus Währungseffekten. Die alte Prognose wurde mit 106 Yen/Dollar und 126 Yen/Euro recht konservativ kalkuliert. Die neue Prognose basiert auf 110 Yen/Dollar und 130 Yen/Euro. Das kommt den tatsächlichen Wechselkursen der letzten Monate nahe. Die angepasste Kursbasis erhöht den Währungsbeitrag zum operativen Gewinn in 2018/9 um 125 Milliarden Yen.

Der Währungseffekt entsteht dadurch, dass Toyota Autos aus Japan exportiert und im Ausland verkauft. Bei der Rückführung der Einnahmen nach Japan wachsen die Gewinne entsprechend der Abwertung der Heimatwährung. Das verschafft Toyota einen finanziellen Vorteil gegenüber VW. Die Wolfsburger produzieren die Fahrzeuge für ihren wichtigsten Absatzmarkt China vor Ort. Die Japaner exportieren dagegen mehr als die Hälfte ihrer Heimatproduktion von rund 3 Millionen Fahrzeugen.

Starke Renditen

Im Quartal zwischen Juli und September steigerte der japanische Branchenführer seinen Betriebsgewinn um 11 Prozent auf 579,1 Milliarden Yen (4,5 Milliarden Euro). Das war deutlich mehr als erwartet. Unterm Strich blieben 585 Milliarden Yen (plus 28 Prozent). Die operative Marge stieg um 0,6 Punkte auf 7,9 Prozent und die Nettomarge um 1,4 Punkte auf 8,0 Prozent. Damit dürfte Toyota die höchste Rendite aller Massenhersteller erzielt haben. Ein Grund ist der Spareifer: In Japan wird in den nächsten fünf Jahren kein einziger Stift mehr gekauft.

Der Premium-Autobauer Daimler schaffte nach neun Monaten nur 7,9 Prozent und Volkswagen nur 6,4 Prozent. Der Toyota-Umsatz wuchs um 2 Prozent auf 7.311,2 Milliarden Yen (56,7 Milliarden Euro). Das Gewinnplus basierte auf Einsparungen von 15 Milliarden Yen sowie einer besseren Modellmischung (+70 Milliarden Yen) und geringeren Kaufanreizen (+25 Milliarden Yen). Allerdings stieg die Zahl der verkauften Fahrzeuge nur um 8.000 auf 2,183 Millionen.

Foto: Toyota