Tokio (JAPANMARKT) – Ein Start-up setzt auf QR-Codes, um die Vorliebe der Japaner für Bargeld zu beenden. Seine Strategie hat einen wichtigen Vorteil.

Chip gegen QR-Code

Kreditkarten und digitales Bezahlen sind in Japan wenig verbreitet, wenn man andere Länder als Maßstab nimmt. Bargeldlose Transaktionen machen in Japan bislang nur 20 Prozent des Geldverkehrs aus. In China sind es 60 Prozent und in Südkorea 89 Prozent.

Einziger Lichtpunkt in dieser Hinsicht sind die Geldkarten Suica und Pasmo. Das Geld befindet sich dabei auf einem Chip mit Near-Field-Communication (NFC) in einer Geldkarte oder einem Smartphone. Das Geld auf dem Chip lässt sich kontaktlos lesen, laden und abbuchen.

Diese Technologie ist allerdings wegen der NFC-Lesegeräte und der notwendigen Chips für Geschäfte und Kunden relativ teuer. Schneller und preisgünstiger funktioniert das bargeldlose Bezahlen mit Hilfe von QR-Codes, einer Variante des Strichcodes. Diese Codes werden ausgedrückt, mit dem Smartphone „gelesen“ und das Geld über eine App abgebucht.

Prominenter Kapitalgeber

Auf diese Technologie setzt das fünf Jahre alte japanische Start-up Origami. Die Konkurrenz ist zwar äußerst mächtig, darunter das Einkaufsportal Rakuten, das Internetportal Yahoo und der Messenger-Dienst Line. Auch sie arbeiten mit QR-Codes. Aber Origami umwirbt Geschäftsleute mit der Möglichkeit, ihre Kunden mit Coupons und Sonderaktionen direkt ansprechen zu können.

Das Jungunternehmen könnte sich auch deswegen neben den Platzhirschen behaupten, weil es prominente Unterstützer hat. Zu den Kunden gehören die Supermarktkette Lawson, Tokios größter Taxianbieter Nihon Kotsu und die Fastfood-Kette KFC. Unter den Kapitalgebern ist Toyota Finance. Nun winkt eine Verbindung mit 13 Millionen Toyota-Kreditkartennutzern.

Foto: Origami