Tokio (JAPANMARKT) – Der japanische Mischkonzern Toshiba setzt seinen Sanierungskurs fort. Mögliche Risiken werden abgestoßen und neue Wachstumsfelder festgelegt.

Risiko abstoßen

Zur langfristigen Sicherung der Existenz zieht sich Toshiba aus allen Geschäften mit hohem finanziellem Risiko zurück. Ungeachtet der damit verbundenen Verluste von über 800 Millionen Dollar werden daher das britische Atomprojekt NuGen abgewickelt und ein US-Flüssiggasgeschäft verkauft.

Zugleich sollen binnen der nächsten fünf Jahre rund 7.000 Arbeitsplätze – das entspricht rund fünf Prozent der Beschäftigten – vor allem durch das Ausscheiden älterer Mitarbeiter in Japan wegfallen. Die Prognose für den operativen Gewinn für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr wurde um 14 Prozent auf 70 Milliarden Yen gesenkt.

Beifall an der Börse

An der Börse in Tokio stießen die Sparpläne auf Beifall: Die Aktie kletterte um fast 13 Prozent. Nach monatelangem Zögern hatte das 143 Jahre alte Unternehmen nämlich einen Aktienrückkauf konkretisiert. Danach werden ab Freitag Anteile für bis zu 700 Milliarden Yen (5,4 Milliarden Euro) erworben. Das entspricht bis zu 40 Prozent der Papiere.

Nach dem Verkauf der Mehrheit an der Speicherchipsparte für 18 Milliarden Dollar an ein Konsortium unter Führung des US-Investors Bain Capital wurden in dem neuen Fünfjahresplan die Sparten Lithium-Ionen-Akkus, Eisenbahnen sowie die Auto- und die Industriesparte als neue Wachstumstreiber identifiziert.

Im Geschäftsjahr 2023 soll der Umsatz wieder über 4 Billionen Yen (30 Milliarden Euro) liegen. Das wäre immer noch ein Fünftel weniger als im Vorjahr, weil das Chipgeschäft ja wegfällt. Die operative Marge soll auf zehn Prozent steigen. Der Weg bis dahin dürfte steinig sein: Im vergangenen Halbjahr schaffte Toshiba ohne die Speicherchips nur eine Rendite von 0,4 Prozent.

Foto: Toshiba