Tokio (JAPANMARKT) – Der Flughafen Haneda will seine Kapazität deutlich ausweiten. Doch das Vorhaben hat einflussreiche Gegner.

Mehr Starts und Landungen

Schon vor vier Jahren hatte das japanische Verkehrsministerium sein Vorhaben verkündet, die Einflugschneisen für den Innenstadtflughafen Haneda zu ändern. Statt wie bisher vor allem über der Meeresbucht der japanischen Hauptstadt soll ein Teil der Maschinen abhängig von der Windrichtung künftig über dem Stadtgebiet einschweben und wegfliegen.

Hinter der Änderung stecken zwei ökonomische Erwägungen: Erstens lässt sich auf diese Weise die Zahl der internationalen Flüge um mehr als die Hälfte von 60.000 auf 99.000 jährlich steigern. Zweitens könnte auch die Zahl der ausländischen Besucher ohne große Investitionen in den Flughafen deutlich steigen.

Die japanische Regierung will die Zahl der Touristen auf 40 Millionen im Olympiajahr 2020 wachsen lassen. Eine höhere Kapazität in Haneda würde nach offiziellen Berechnungen 650 Milliarden Yen (5 Milliarden Euro) an zusätzlicher Wirtschaftsleistung einbringen.

US-Militär legt sich quer

Bisher sind jedoch die Widerstände gegen das Vorhaben nicht überwunden. Zum einen muss die Bevölkerung überzeugt werden, die in der neuen Ein- und Abflugschneise wohnt. Zwar befinden sich dort auch viele Industrieflächen, aber bestimmte Wohngebiete etwa in Kawasaki wären stark betroffen. Diese Hürden scheinen noch nicht genommen zu sein.

Außerdem legt sich das US-Militär quer. Die geänderten An- und Abflugrouten beträfen auch den Luftraum über der US-Militärbasis Yokota 60 Kilometer nordwestlich von Haneda. Daher müssten die USA die Kontrolle über dieses Gebiet an zivile Fluglotsen abgeben. Diese Einschränkung seiner Möglichkeiten lehnt das US-Militär bisher strikt ab.

Foto: Flughafen Haneda (flickr/Akiko Yanagawa CC BY-SA 2.0)