Tokio (JAPANMARKT) – Die Handelsspannungen zwischen den USA und China haben auch für japanische Unternehmen Folgen. Ihre Gewinne wachsen langsamer als zuvor.

Weniger Gewinnwachstum

Nach einer Erhebung der Finanzzeitung Nikkei hat rund die Hälfte der großen Unternehmen in Japan im ersten Geschäftshalbjahr zwischen April und September die Gewinnerwartungen verfehlt. Ihre Gewinne wuchsen nur um fünf Prozent zum Vorjahr. 2017 kamen sie im gleichen Zeitraum noch auf ein Plus von 23 Prozent.

Im abgelaufenen Quartal zwischen Juli und September stiegen die Erträge der Unternehmen, die bis Freitag vergangener Woche ihre Zahlen vorgelegt hatten, nur noch um 0,5 Prozent zum Vorjahr. In den sieben Quartalen davor waren ihre Gewinne mit einer zweistelligen Rate gewachsen.

Eine Ursache für den Rückgang ist der Handelskrieg zwischen den USA und China. So bestellen chinesische Fabriken weniger Werkzeugmaschinen aus Japan, weil sie wegen möglicher US-Importzölle ihren Bedarf nicht sicher einschätzen können. Zugleich sind japanische Hersteller in den USA von dem Sonderzoll auf Importe von Stahl und Aluminium betroffen.

Weniger Maschinenaufträge

Im September kam es zu einem Rekordrückgang bei den Maschinenbauaufträgen in Japan. Sie schrumpften um mehr als 18 Prozent zum Vormonat auf 802,2 Milliarden Yen (6,3 Milliarden Euro). Einen solchen Einbruch hatte es zuletzt vor mehr als 13 Jahren gegeben. Im Quartalsvergleich wuchsen die Aufträge zwar noch um 0,9 Prozent. Aber auch dies ist eine Verlangsamung.

Das spiegelt sich in den Geschäftszahlen der entsprechenden Unternehmen wider: Der Werkzeugmaschinenbauer Okuma zum Beispiel verdiente im Halbjahr zwischen April und September zwar 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Aber unterm Strich blieben mit 7,9 Milliarden Yen rund 500 Millionen Yen als vom Unternehmen vorhergesagt.

Foto: Hebekran auf Robotermesse (© Martin Fritz für JAPANMARKT)