Tokio (JAPANMARKT) – Der japanische Reifenriese Bridgestone will mit Hilfe von Sensoren bei den Automobilen der Zukunft mitmischen. Dafür müssen sich die Ingenieure weiterbilden.

Sensoren als Schlüssel

Die Reifen der nächsten Generation sollen mehr Sensoren erhalten, die während des Betriebs fortlaufend Daten sammeln und auswerten. Dazu gehören die Kalkulation der Laufleistung und die Ermittlung des Reifenzustands vom Luftdruck bis zur Abnutzung der Rollfläche. Das ermöglicht eine vorbeugende Wartung und den rechtzeitigen Austausch der Pneus.

Bridgestone hat bereits bei den Riesenreifen in Bergbaufahrzeugen Erfahrungen mit diesem Prozess gesammelt. Nun wird dieses Wissen erweitert und auf normale Reifen angewandt. Daher hat das japanische Unternehmen damit begonnen, seine Ingenieure zu Datenwissenschaftlern weiterzubilden.

Ingenieure als Datenspezialisten

Eine eigene Abteilung für Digitalisierung, die im Vorjahr gegründet wurde, soll laut einem Bericht der Finanzzeitung Nikkei bis 2019 auf rund 100 Mitglieder wachsen. Alle Ingenieure müssten auch Datenspezialisten sein, lautet die Devise von Bridgestone-Chef Kazuhisa Nishigai.

Der Trend zum autonomen, mit dem Internet verbundenen, gemeinschaftlich genutzten elektrischen Auto sollte der Reifenindustrie nützen, da die Fahrleistung und damit der Pneuverbrauch steigen sollte. Doch auch die Reifen müssen „smart“ werden und den Technologiesprung der Fahrzeuge unterstützen.

Das verschärft den technologischen Wettbewerb in der Branche. Der französische Rivale Michelin zum Beispiel setzt Sensoren bereits in seinen Reifen für Nutzfahrzeugen ein. Der deutsche Reifenhersteller Continental entwickelt Sensoren, die die Straßenbedingungen erfassen.

Foto: Herstellung von Reifen (Bridgestone)