Tokio (JAPANMARKT) – Panasonic lässt sich einiges einfallen, um Waschmaschinen in China zu verkaufen. Eine Methode ist deutsches Design.

Neureiche Mittelschicht

Seit September verkauft der Elektronikkonzern in China eine Waschmaschine, die von Porsche Design entworfen wurde. Das Produkt wurde speziell für den chinesischen Markt entwickelt, wie der Chef der Haushaltsgerätesparte, Tetsuro Homma, bereits im Mai erklärte. Danach ist China für Panasonic der wichtigste Haushaltsgerätemarkt nach Japan geworden.

Doch viele Chinesen der neuen Mittelschicht gäben sich nicht mit gewöhnlichen Geräten zufrieden, wie Homma jetzt dem Finanzdienst Bloomberg sagte, sondern wollten ihren frisch erworbenen Reichtum auch zeigen. Das bedeute, dass die Geräte auffällig und besonders sein müssten, etwa durch das Aussehen oder die Steuerbarkeit übers Internet.

Anpassung an lokale Wünsche

Der Urheber des chinesischen Wirtschaftswunders, Deng Xiapeng, hatte bei einem Besuch in Japan im Jahr 1978 den Gründer und Chef von Matsushita (heute: Panasonic), Konoke Matsushita, getroffen und zwei japanische Fabriken besucht. Dadurch gelang es Panasonic als einem der ersten japanischen Unternehmen, eine Fabrik in China zu eröffnen.

Doch inzwischen hat Panasonic erkannt, dass es das Geschäft in China lokalisieren muss, um sich gegen chinesische Rivalen durchzusetzen. 2015 übertrugen die Japaner ihrer China-Tochter daher die Führung für das Geschäft, im Vorjahr wurde erstmals ein Chinese zum Chef berufen. Mehr als ein Fünftel der Entwickler sitzen nun in Taiwan.

Die Edelwaschmaschine ist eine lokale Reaktion auf einen Trend zu deutschem Design im Reich der Mitte. Porsche Design hat in China auch Uhren, Handtaschen und viele andere Produkte entworfen. Bei der Waschmaschine der „Alpha-Linie“ zeigte sich dies in gebürsteten Stahlblechen, einer riesigen Waschtrommel und einem Bedienungspanel wie ein Armaturenbrett im Auto.

Foto: Waschmaschine mit Porsche-Design (Panasonic)