Tokio (JAPANMARKT) – NTT setzt verstärkt auf Forschung und Entwicklung. Einige Musterbeispiele zeigte der Telekomriese jetzt auf seiner Hausmesse.

Projektion von Hologrammen

Fünf Tage lang werden in dieser Woche Highlights aus den Laboren im NTT-Forschungs- und Entwicklungszentrum Musashino präsentiert. Dabei hinterließ eine neue Technologie für die Projektion von Hologrammen, die sich von allen Seiten betrachten lassen, bei vielen Besuchern einen besonders tiefen Eindruck.

Auf einer Bühne in dem R&D-Zentrum führte der japanische Beatboxer Reatmo seine Künste vor. Er stellte den Klang von einzelnen Instrumenten und Schlagzeug mit Mund, Rachen und Nase nacheinander her. Die NTT-Technologie fing jeden Track ein und projizierte den Künstler mit der jeweiligen Sequenz in den Saal.

Top 100 Global Innovator

Die Holografietechnik „Kirari“ kommt ohne Sensoren am Körper der Personen aus, von denen virtuelle Abbilder erzeugt werden. Stattdessen werden Personen mit drei leistungsstarken Kameras aus verschiedenen Winkeln erfasst und die 3D-Bilder vom Computer ausgerechnet. Schon bei Olympia 2020 will NTT Live-Sportereignisse auf diese Weise in andere Räume projizieren.

NTT gibt für die Aktivitäten von 2.500 Wissenschaftlern in den Laboren rund 200 Milliarden Yen (1,6 Milliarden Euro) aus. Mit 1.300 Veröffentlichungen jährlich und über 16.000 Patenten gehört NTT deswegen laut einer Rangliste von Clarivate Analytics zu den Top 100 Global Innovators.

Schwerpunkt Internet der Dinge

Ein französischer NTT-Forscher führte auf der Hausmesse eine Technologie vor, mit der sich eine einzelne Stimme aus Gesprächen herausfiltern lässt. Es reicht eine Aufnahme von zehn Sekunden, damit die Filterung funktioniert. Damit könnte man zum Beispiel die Sprachassistenten ausstatten, damit sie Mitteilungen an sie eindeutig verstehen können.

Laut der Anfang des Monats vorgestellten mittelfristigen Geschäftsplanung wird der Telekomriese in den nächsten fünf Jahren insgesamt 3 Billionen Yen (23,2 Milliarden Euro) in Forschung und Entwicklung sowie die nächste Mobilfunkgeneration 5G fließen lassen. Als Schwerpunkt bei 5G hat NTT das Internet der Dinge vorgesehen.

Foto: Beatboxer Reatmo führt Kirari-Technik vor (© Martin Fritz für JAPANMARKT)