Tokio (JAPANMARKT) – Japans Regierung kommt mit ihrer wirtschaftspolitischen Strategie im Umgang mit der Überalterung voran. Dazu gehört, dass es ab April 2019 neue Arbeitsvisa gibt.

28 Prozent Senioren

Die japanische Gesellschaft erlebt seit Jahren einen starken demografischen Wandel. Die Zahl der Senioren wächst, die Zahl der Jüngeren schrumpft. Der Anteil der über 65-Jährigen liegt bei 28 Prozent, in Deutschland liegt diese Kennziffer bei 21 Prozent. Gegenüber dem Magazin Economist sprach Premierminister Shinzo Abe von einem „beispiellosen Tempo“ der Alterung.

Doch seine Regierung ist nicht untätig geblieben. Sie ermutigt die Unternehmen, entweder ihr Rentenalter zu erhöhen oder die Senioren weiter zu beschäftigen. Zuletzt waren noch 23 Prozent der Japaner über 65 erwerbstätig. Das ist der höchste Wert unter den G7-Staaten.

Unterstützung für Mütter

Durch den Bau von Kindergärten und Tagesstätten werden junge Mütter darin unterstützt, schneller ins Erwerbsleben zurückzukehren. Das scheint zu funktionieren. Im Vorjahr hatten 75,7 Prozent der Frauen im typischen Mutteralter zwischen 25 und 39 einen Job – 2012 waren es 68,8 Prozent. Parallel stieg der Anteil der Erwerbstätigen unter den Frauen von 63,1 Prozent auf 68,5 Prozent.

Auch das Thema der Migration wird angepackt. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte in Japan auf 1,3 Millionen fast verdoppelt. Dies geschah unter anderem durch die vermehrte Ausgabe von Studentenvisa und die Verlängerung der Aufenthaltsdauer von Trainees von drei auf fünf Jahre. Nun geht die Regierung einen zweiten Schritt.

Arbeiter aus dem Ausland

Ab April 2019 sollen sowohl beruflich qualifizierte Ausländer als auch ungelernte Ausländer erstmals mit einem eigenen Arbeitsvisum nach Japan geholt werden. Das Unterhaus billigte am Dienstag das entsprechende Gesetz. Im ersten Jahr werden laut dem Gesetz bis zu 47.550 Arbeitskräfte und in fünf Jahren rund 345.000 Arbeiter erwartet.

Ein weiteres Problem ist der Anstieg der Gesundheitskosten durch mehr Senioren. Eine Antwort sind steigende Prämien der Pflegeversicherung, eine zweite eine höhere Selbstbeteiligung an den Krankheitskosten von wohlhabenden Senioren, eine dritte die Deckelung der Arzneimittelpreise und der vermehrte Einsatz von Generika.

Foto: Pixabay CC0