Tokio (JAPANMARKT) – Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Japan vor einem Einbruch der Wirtschaftsleistung gewarnt. Das Land müsse produktiver werden.

Mehr Erwerbsarbeit von Frauen

Die rapide alternde und schrumpfende Bevölkerung laufe auf einen entsprechenden Rückgang der realen Produktion hinaus, warnte der IWF in seinem jüngsten Jahresbericht zu Japan. Konkret bedeutet dies, dass die Wirtschaftsleistung in den nächsten vierzig Jahren um ein Viertel zu sinken droht.

Als Gegenmittel empfiehlt der Währungsfonds Strukturreformen. Damit ließe es sich vermeiden, dass die Wirtschaft sich zu langsam entwickele. Konkret schlug der IWF eine Angleichung der Löhne von irregulären und festangestellten Arbeitnehmern vor. Auch sollten verheiratete Frauen zur Erwerbsarbeit ermutigt werden, indem man ihre gegenwärtigen Regeln für Besteuerung und Sozialversicherung ändere.

Zusammen mit Änderungen der Vorgaben für Unternehmungsführung ließe sich das Bruttoinlandsprodukt um bis zu 15 Prozent binnen der nächsten vierzig Jahren steigern, schreibt der Währungsfonds in seinem Japan-Bericht.

Konsumsteuer bremst Wachstum

Für das laufende Jahr erwartet die Organisation ein Wachstum von 1,1 Prozent. Jedoch werde sich die Rate im nächsten Jahr auf 0,9 Prozent abschwächen. Als Grund nannte der Währungsfonds die Erhöhung der Konsumsteuer im Oktober um zwei Punkte auf zehn Prozent.

Der IWF unterstützt die Steuererhöhung im Hinblick auf die Staatsfinanzen, befürchtet jedoch eine vorübergehende Kontraktion der Wirtschaft. Die Vorhaben der Regierung, die Autosteuern zu senken und die Subventionen für Hauskredite zu verlängern, wurden deswegen ausdrücklich begrüßt.

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