Tokio (JAPANMARKT) – Der Mobilfunktochter der Softbank Group scheint der größte Börsengang in Japan zu gelingen. Das bedeutet einen Triumph mehr für Gründer Masayoshi Son.

Fester Ausgabepreis

Der Technologiekonzern setzte den vorläufigen Ausgabepreis für die Aktien der Softbank Corp. bei 1.500 Yen (11,60 Euro) an. Normalerweise wird eigentlich eine Ausgabespanne angegeben. Das ist der gleiche Preis, den das Unternehmen bei seinem Antrag auf den Börsengang an die Tokioter Börse genannt hatte. Die Softbank-Mutter versilbert 36 Prozent der Anteile ihrer japanischen Telekomsparte.

Werden wie erwartet 1,6 Milliarden Aktien plus der Mehrzuteilungsoption von 160 Millionen Aktien verkauft, würde Softbank rund 2,64 Billionen Yen (20,2 Milliarden Euro) einnehmen. In diesem Fall wäre dies der größte Börsengang in Japan. Den Bestwert erzielte bisher Nippon Telegraph & Telephone im Jahr 1987.

Der neue Rekord ist sicher kein Zufall. Softbank-Gründer Masayoshi Son ist für seinen unbändigen Ehrgeiz bekannt und vergleicht sich bei seinen Geschäftszahlen gerne mit den japanischen Rivalen. Als Softbank vor einigen Jahren erstmals mehr verdiente als Marktführer NTT Docomo, zelebrierte Son diesen Moment regelrecht.

Fokus auf Privatanleger

Rund 90 Prozent der Anteile werden japanischen Anlegern angeboten. Sie wurden mit Werbespots im Fernsehen angesprochen. Außerdem wurde die Mindestzahl für den Erwerb von 100 Aktien auf 1 Aktie heruntergeschraubt. Laut japanischen Medienberichten hatte Softbank keine Probleme, die Anteile zu verkaufen.

Dabei wird das Telekom-Geschäft von Softbank bei dem geplanten Ausgabepreis nach einer Kalkulation der Finanzzeitung Nikkei mit dem über achtfachen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bewertet. Die Rivalen NTT Docomo und KDDI (Marke: au) kommen nur auf eine vier- bis fünffache Ebitda-Bewertung.

Softbank will diese überhöhte Bewertung dadurch ausgleichen, dass 85 Prozent des Gewinns als Dividende ausgeschüttet werden. Dadurch wird die Dividendenrendite höher als bei der Konkurrenz. Die Erstnotierung ist für den 19. Dezember geplant.

Foto: Softbank-Verkaufsstelle (Wikipedia CC BY-SA 3.0)