Tokio (JAPANMARKT) – Das japanische Finanzministerium will die Besteuerung von Automobilen von der Größe auf die Nutzung umstellen. Damit reagiert man auf den laufenden technologischen Wandel.

Wandel der Nutzung

In Japan waren Abgaben schon immer ein beliebtes Mittel, um den Umgang mit dem Automobil zu beeinflussen. Man denke nur an die jahrzehntelange Steuerfreiheit für Fahrzeuge mit Motoren unter 660 Kubikzentimeter Hubraum und bestimmten Größenmaßen. Damit wurde die neue Fahrzeugklasse der Kei-Cars (Leichtautos) geschaffen und gefördert.

Wie in den vielen anderen Ländern auch werden Automobile in Japan unter anderem nach ihrem Hubraum besteuert. Aber diese Maßgröße wird bei Hybrid- und Elektroautos sinnlos. Zwar könnte man die Besteuerung auf die Motorleistung umstellen, aber die Regierung will auch die gewandelte Nutzung des Autos berücksichtigen.

Nach Informationen der Finanzzeitung Nikkei wollen die beiden Regierungsparteien LDP und Komeito schon Mitte Dezember vorschlagen, dass die Besteuerung künftig auf der Basis von Gewicht und Fahrleistung stattfindet. Mit letzterem Punkt deckt man auch den Trend zur gemeinschaftlichen Autonutzung ab.

Verzicht auf Lenkung

Derzeit müssen Japans Autofahrer drei Steuern bezahlen: Eine einmalige Kaufsteuer von drei Prozent beim Erwerb, eine jährliche Steuer auf Hubraumbasis und eine Gewichtssteuer bei der zweijährlichen Inspektion. Die geplante Änderung bezieht sich auf die jährliche hubraumbezogene Abgabe.

Die Kritik an diesem strategischen Vorgehen liegt auf der Hand. Denn anders als bei den Kei-Cars entscheidet sich die Regierung diesmal nicht dafür, Hybrid- und Elektroautos steuerlich zu fördern. Lieber stellt das Finanzministerium sicher, dass die bisher erzielte Steuermenge nicht zurückgeht.

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