Tokio (JAPANMARKT) – Toyota Deutschland unterstützt seit Jahren die Deutsche Umwelthilfe. Nun wird dem japanischen Hersteller ein unlauteres Motiv dafür vorgeworfen.

Einsatz gegen Diesel

Der CDU-Landesverband Baden-Württemberg will der Deutschen Umwelthilfe (DUH) die Gemeinnützigkeit aberkennen lassen. Ein entsprechender Antrag wurde für den CDU-Bundesparteitag am Ende dieser Woche eingebracht. Der Verein setze Dieselfahrverbote gerichtlich möglicherweise auch durch, weil es finanzielle Hilfen von der japanischen Autoindustrie gebe, heißt es.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nannte die DUH am Montag einen Abmahnverein, der von einem ausländischen Autoverein finanziert werde, der die deutsche Autoindustrie schwächen wolle. Gemeint war jeweils Toyota.

Der Vorwurf kam jetzt über die Finanzzeitung Nikkei in Japan an. Tatsächlich ist der japanische Autobauer seit 19 Jahren ein Sponsor der Umwelthilfe und spendete deutschen Presseberichten zufolge 50.000 Euro jährlich. Der Toyota Prius Plus von DUH-Chef Jürgen Resch gehört offenbar auch zu der Sponsorhilfe.

Unabhängigkeit betont

Das japanische Engagement für die Deutsche Umwelthilfe ergibt aus Unternehmenssicht Sinn. Es unterstreicht das „grüne“ Image von Toyota, das die Japaner sich vor allem über ihren Hybridmotor erworben haben. Daraus wird nun der Vorwurf abgeleitet, dass die DUH gegen die Diesel von deutschen Autoherstellern vorgehe, um den Hybridabsatz von Toyota zu fördern.

Allerdings ist dieser Vorwurf nicht besonders überzeugend. Die jährliche Spende macht weniger als ein Prozent des Jahresbudgets der DUH von rund acht Millionen Euro aus. Auch hatte die Umwelthilfe in der Vergangenheit ein Dieselauto von Toyota getestet und dabei fünffach überhöhte Abgaswerte angeprangert. Man sei unabhängig, betonte DUH-Chef Resch in einem Interview.

Nachtrag: Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung will Toyota den Verdacht der unlauteren Lobbyarbeit aus dem Weg räumen. Die Zahlungen an die Deutsche Umwelthilfe sollen zum Januar 2019 eingestellt werden. Es sei nie darum gegangen, den Diesel zu diskreditieren, wurde Toyota in dem Zeitungsbericht wiedergegeben.

Foto: Hybridmotor im Toyota Prius (Toyota)