Tokio (JAPANMARKT) – Das Riken-Institut, Japans wichtigste wissenschaftliche Forschungseinrichtung, hat eine Zweigstelle in Brüssel eröffnet. Junge japanische Forscher sollen verstärkt nach Europa gehen.

Suche nach Partnern

Mit dem neuen Büro etabiliert sich das Riken-Institut,mit dem Fokus auf Grundlagenforschung das japanische Äquivalent zur deutschen Max-Planck-Gesellschaft, als neuer Partner für die Forschung in Europa. Zum einen sucht man neue Kooperationen mit Universitäten in Europa. Zum anderen will man Bündnisse mit privaten Unternehmen schließen, vor allem im biomedizinischen Bereich.

Aber auch die großzügige Finanzierung von Forschungsvorhaben seitens der Europäischen Union macht den Standort Europa für Riken attraktiv. Bei dem Projekt Horizon Europe 2020 der EU stehen rund 94 Milliarden Euro an Forschungsgeldern zur Verfügung. Daran partizipieren auch Nicht-EU-Länder. Japanische Forscher haben 32 Stipendien vom EU-Forschungsrat erhalten und 300 Japaner arbeiten in EU-finanzierten Projekten.

Mehr Forscher nach Europa

Dagegen verfügt das 101 Jahre alte Forschungsinstitut Riken derzeit nur über ein Jahresbudget von 95 Milliarden Yen (742 Millionen Euro). Damit werden 3.000 Wissenschaftler in vielen japanischen Universitäten finanziert. Das Budget stagniere mehr oder weniger, rämte Riken-Präsident Hiroshi Matsumoto in einem Interview ein.

Ein weiteres Motiv für die Expansion nach Europa liegt darin, den Horizont der Riken-Forscher über die Inselnation hinaus zu erweitern. „Unsere Forscher blicken nach innen, das müssen wir ändern“, sagte Matsumoto offen. Durch neue Kooperationen könnten mehr Forscher nach Europa geschickt werden.

Das Riken-Institut betreibt rund 300 wissenschaftliche Kooperationen weltweit, davon rund einhundert mit europäischen Institutionen, die meisten davon mit deutschen Max-Planck-Instituten. „Wir sind uns sehr ähnlich“, sagte Riken-Chef Matsumoto.

Foto: Riken-Institut (Wikipedia CC BY-SA 3.0)