Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Hauptstadt erhält zwei neue Bahnhöfe. Dabei geben sich die Bahnbetreiber so international wie nie zuvor.

„Toranonom Hills“

Tokyo Metro, die größte U-Bahngesellschaft von Tokio, wird wenige Wochen vor den Olympischen Spielen 2020, eine neue Station im Zentrum zwischen den Bahnhöfen Kamiyacho und Kasumigaseki auf der Hibiya-Linie eröffnen. Bis 2022 wird es auch noch eine unterirdische Verbindung zur Station „Toranomon“ auf der Ginza-Linie geben.

Beide Bahnhöfe bedienen einen kürzlich neu entwickelten Bezirk mit dem Toranomon Hills Mori Tower im Zentrum. Weitere Hochhäuser sind dort noch im Bau. Die neue U-Bahnstation soll so heißen wie der sanierte Bezirk – Toranomon Hills. Dessen Namensvorbild ist Roppongi Hills – mit jeweils dem gleichen Entwickler Mori.

Englisch und Japanisch

Doch für Tokyo Metro ist ein Bahnhofsname, der sich aus einem japanischen und englischen Wort zusammensetzt, eine Premiere. Bisher gab es dies nur auf der Rinkai-Linie, die von Tokyo Waterfront Area Rapid Transit betrieben wird. Dort gibt es die Bahnhöfe Tokyo Teleport, Shinagawa Seaside und Tennozu Isle.

Womöglich ist der Trend zum zweisprachigen Bahnhofsnamen nun nicht mehr zu stoppen: Auch JR East hat soeben erstmals eine Station in diesem Stil benannt. Der neue Zwischenstopp zwischen Shinagawa und Tamachi am südlichen Ende der Yamanote-Ringlinie wird „Takanawa Gateway“ heißen.

„Takanawa Gateway“

Dieser neue Bahnhof soll ebenfalls rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Betrieb gehen. „Takanawa Gateway“ ist der erste neue Yamanote-Stopp seit 1971 und wird der 30. Bahnhof auf der Ringlinie sein. JR East hatte eine Umfrage mit weit über 60.000 Teilnehmern veranstaltet, aber die klare Stimmenmehrheit für „Takanawa“ ignoriert.

Die Namenswahl „Takanawa Gateway“ wurde damit begründet, dass der neue Bahnhof ein wichtiger Zugangspunkt sowohl für den nationalen und internationalen Flughafen Haneda als auch den Startbahnhof Shinagawa der Magnetschwebebahn Maglev ist, die 2027 fahren soll.

Dieses Argument ist vermutlich nur die halbe Wahrheit: JR East entwickelt die Flächen rings um den Bahnhof selbst und baut dort eine Veranstaltungshalle und ein Hochhaus mit Wohnungen. Dieses Entwicklungsprojekt heißt ebenfalls „Gateway“. Offenbar wurde dieser Name nun für den Bahnhof benutzt.

Foto: Neuer Yamanote-Bahnhof Takanawa Gateway (© JR East)