Tokio (JAPANMARKT) – Japans Wirtschaft ist im dritten Quartal stärker geschrumpft als zunächst berechnet. Schuld sind vor allem die Investitionen. Aber im laufenden Quartal geht es offenbar wieder aufwärts.

Gebremste Investitionen

Das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September schrumpfte um 0,6 Prozent zum Vorquartal bzw. mit einer Jahresrate von 2,6 Prozent. Die erste Schätzung von Mitte November hatte einen BIP-Rückgang von nur 0,3 Prozent bzw. eine Jahresrate von 1,2 Prozent ergeben.

Der Hauptgrund für die kräftige Korrektur waren neue Daten zu den privaten Kapitalausgaben. Danach verringerten die Unternehmen ihre Investitionen um 2,8 Prozent zum Vorquartal statt nur um zunächst errechnete 0,2 Prozent. Andere Daten wurden nur geringfügig revidiert.

Für den Einbruch werden die Folgen von mehreren Naturkatastrophen verantwortlich gemacht. So legte ein Taifun den drittgrößten Flughafen Japans für Wochen lahm. Dazu kamen ein schweres Erdbeben sowie Überschwemmungen. Das beeinträchtigte die Lieferketten und bremste Investitionen.

Indikatoren zeigen aufwärts

Daher gehen Ökonomen davon aus, dass der Wachstumstrend der japanischen Volkswirtschaft nicht gebrochen wurde. Bereits im laufenden Quartal soll das BIP wieder zunehmen. Der breit gefasste Koinzidenz-Wirtschaftsindex stieg im Oktober um 2,9 Punkte auf 104,5. Ein Index für konjunkturnahe Beobachter kletterte im November auf ein Elfmonatehoch.

Im neuen Jahr werden öffentliche Investitionen das Wachstum ankurbeln. Das Kabinett hat in der vergangenen Woche Ausgaben von 3 Billionen Yen (23,4 Milliarden Euro) während der nächsten drei Jahre für die Wiederherstellung der zerstörten Infrastruktur in den Katastrophengebieten bewilligt.

Dadurch werden die Ausgaben für öffentliche Bauvorhaben im neuen Staatshaushalt, der ab April 2019 gilt, laut einem Bericht der japanischen Finanzzeitung Nikkei auf 7 Billionen Yen 54,7 Milliarden Euro) steigen. Das wäre der höchste Stand seit zehn Jahren.

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