Tokio (JAPANMARKT) – Die höchsten Winterboni aller Zeiten könnten den Konsum in Japan stärken. Allerdings sieht es für das nächste Jahr etwas weniger rosig aus.

Neuer Bonus-Rekord

Die meisten Festangestellten in Japan erhalten im Juni und im Dezember eine Bonuszahlung, vergleichbar einem 13. und 14. Monatsgehalt. Die Summe hängt in der Privatwirtschaft häufig vom geschäftlichen Abschneiden ihres Arbeitgebers im Vorjahr ab.

Da die Gewinne der japanischen Unternehmen 2017 auf einen Rekord gestiegen sind, profitieren davon nun ihre Mitarbeiter. Laut einer Nikkei-Umfrage unter knapp 2.200 Unternehmen steigt der Winterbonus in diesem Jahr auf durchschnittlich 834.391 Yen (6.520 Euro) und erreicht damit ebenfalls einen Höchstwert.

Besonders das produzierende Gewerbe zeigt sich großzügig. Dort stieg die Summe für den Winterbonuslaut den Nikkei-Daten im Schnitt um 3,4 Prozent zum Vorjahr auf 7.750 Dollar. Bei den Stahlherstellern sprang der Bonus sogar um 16,2 Prozent nach oben. Die Mitarbeiter von Tokyo Electron erhielten mit 24.860 Dollar das meiste Extrageld.

Weniger Gewinnwachstum

Angesichts der hohen Boni erwarten einige Analysten einen Anstieg des Konsums. Andere Ökonomen verweisen jedoch darauf, dass viele Japaner Extraeinnahmen lieber für härtere Zeiten zurückliegen. Schon im nächsten Jahr müssen sie nämlich mit einem geringeren Bonus rechnen.

Nach einer Prognose der Ratingagentur Moody’s wird sich das Ertragswachstum der japanischen Unternehmen im nächsten Jahr aufgrund einer schwächeren Weltwirtschaft verlangsamen. Bei einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent werden die Unternehmensgewinne laut Moody’s nur um ein bis drei Prozent zunehmen.

Foto: Weihnachtsbeleuchtung im Stadtzentrum von Tokio (© Martin Fritz)