Tokio (JAPANMARKT) – Die nächste Shinkansen-Generation verkürzt die Fahrzeit nach Sapporo um drei Stunden. So will Betreiber JR East mit dem Flugzeug konkurrieren.

Von Tokio bis Sapporo

Der neue Superschnellzug von Japans größter Bahngesellschaft JR East mit dem Namenskürzel „Alfa-X“ wurde am Mittwoch in Kobe erstmals öffentlich vorgestellt. Der Zug soll mit einer Geschwindigkeit von 360 Kilometer pro Stunde von Tokio entlang der Pazifikküste bis nach Sapporo rasen.

Die aktuellen Shinkansen-Züge auf dieser „Tohoku“ genannten Strecke erreichen bereits eine Geschwindigkeit von 320 Kilometer pro Stunde und sind technisch – etwa bei den Bremsen – auch zu Tempo 360 in der Lage. Allerdings werden dann Lärm und Luftwiderstand ungünstig hoch.

Die höhere Geschwindigkeit hält JR East jedoch für notwendig, um in Konkurrenz mit dem Flugzeug treten zu können. In zwölf Jahren ist nämlich die rund 211 Kilometer lange Shinkansen-Strecke zwischen Shin-Hakodate und Sapporo auf der Nordinsel Hokkaido fertig gebaut. Dann können die Shinkansen von Tokio bis Sapporo durchfahren.

Bequemes Ein- und Aussteigen

Bisher ist diese Strecke wegen der großen Entfernung eine Domäne des Luftverkehrs. Rund neun Millionen Flugpassagiere werden jährlich auf den 90 Minuten langen Flügen zwischen Tokio und Sapporo gezählt. Der neue Alfa-X-Shinkansen soll die 1.035 Kilometer lange Gleisverbindung in fünf Stunden schaffen.

Zwar wäre dies deutlich schneller als die bisherigen acht Stunden, aber immer noch rund drei Mal so lange wie ein Flug. Auch sind die Zugfahrkarten teurer als Billigflüge. Doch JR East scheint zuversichtlich zu sein, dass viele Passagiere aus Bequemlichkeit auf den Zug umsteigen, da die Bahnhöfe mitten in der Stadt liegen.

Foto: Derzeit fährt der Shinkansen E-6 auf der Tohoku-Strecke (Wikipedia CC BY-SA 3.0)