Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Notenbank bleibt Japans größter Aktienkäufer. Sogar ihr eigenes Jahresziel hat sie nun überschritten.

Volumenziel erreicht

Zwei Wochen vor dem Jahreswechsel hat die Bank of Japan bereits Aktienfonds für verschiedene japanische Indizes für insgesamt 6,06 Billionen Yen (47 Milliarden Euro) erworben. Das liegt über dem Vorjahreswert von 5,9 Billionen Yen und über dem eigenen jährlichen Volumenziel von 6 Billionen Yen.

Der leichte Anstieg zum Vorjahr dürfte damit zusammenhängen, dass der Aktienmarkt bis Anfang September Schwächeanzeichen zeigte und die Notenbank stärker zukaufte. Die Schwäche lag am Rückzug vieler ausländischer Anleger aus Japan. Laut Nikkei-Daten haben sie in diesem Jahr japanische Aktien für netto 4,5 Billionen Yen (34,9 Milliarden Euro) abgestoßen.

Gefühl der Sicherheit

Die Notenbankkäufe von über 6 Billionen Yen haben diese Verkäufe der Ausländer mehr als ausgeglichen. Zugleich gibt die Notenbank mit ihren Aktienerwerb ausländischen Anlegern ein Sicherheitsgefühl, dass der japanische Aktienmarkt nicht plötzlich tief einbrechen kann. Anfang Oktober erreichte der führende Nikkei-Index sogar ein neues 27-Jahreshoch.

Allerdings sehen einige Analysten und Ökonomen das Engagement der Notenbank mit gemischten Gefühlen. Inzwischen stehen 22,9 Billionen Yen (177,5 Milliarden Euro) an Aktienindexfonds in der Bilanzsumme der Bank of Japan.

Anders als die erworbenen Staatsanleihen, die am Ende ihrer Laufzeit automatisch ausgebucht werden, müsste die Notenbank die Indexfonds aktiv verkaufen. Angesichts ihrer riesigen Bestände würde dies die Aktienkurse über eine längere Zeit belasten.

Foto: Tokioter Börse (Wikipedia CC BY-SA 4.0)