Tokio (JAPANMARKT) – Dreizehn Jahre nach der Trennung wollen Mitsubishi Motors und Daimler wieder zusammenarbeiten. Die Ankündigung liegt jedoch vorläufig auf Eis.

Weitreichendes Bündnis

Nach Informationen der Finanzzeitung Nikkei will sich Mitsubishi Motors an der engen Kooperation zwischen Renault und Nissan auf der einen und Daimler auf der anderen Seite beteiligen. Das acht Jahre alte Bündnis reicht von neuen Antriebstechnologien bis zur gemeinsamen Produktion.

Für Japaner wie Deutsche würde dies ein Deja-vu bedeuten. Im Jahr 2000 hatte Daimler 34 Prozent von Mitsubishi Motors gekauft. Doch die japanische Tochter versank bald darauf in einem Skandalstrudel, weil Qualitätsmangel jahrelang verschwiegen wurden. Darauf zog sich Daimler aus Japan zurück und verkaufte die letzten Anteile im Jahr 2005. Mitsubishi Motors wurde von Unternehmen der Mitsubishi-Gruppe gerettet und gehört inzwischen zu Nissan.

Renault und Nissan arbeiten seit 2010 zusammen und kauften jeweils 3,1 Prozent des Stuttgarter Fahrzeugbauers. Daimler hält jeweils 1,55 Prozent von Nissan und Renault. Nissan und Daimler betreiben in Mexiko gemeinsam ein Werk. Es gibt Fahrzeuge von Renault und Daimler auf der gleichen Plattform.

Anklage gegen Allianzchef

Carlos Ghosn, Vorsitzender der Allianz von Renault-Nissan-Mitsubishi, wollte auch Mitsubishi Motors in die Kooperation mit Daimler hineinnehmen. Das wäre eine logische Konsequenz der Mitsubishi-Übernahme. Nach der Zustimmung von Mitsubishi wollten die Chefs der beteiligten Unternehmen den Ausbau verkünden.

Doch die Anklage von Ghosn wegen Verstoßes gegen ein japanisches Finanzgesetz dürfte das Vorhaben zunächst blockieren. Analysten gehen davon aus, dass erst nach einer Einigung zwischen Nissan und Renault über eine neue Führung andere Entscheidungen zur Zukunft der Allianz getroffen werden können.

Foto: Mitsubishi Motors