Tokio (JAPANMARKT) – Mit dem Kauf von US-Militärflugzeugen will Japans Regierung den Handelskonflikt mit Präsident Trump entschärfen. Aber das bedroht auch Jobs in Japan.

Handelsdefizit im Visier

Der Waffenkauf klingt nach einer vernünftigen Lösung: Damit ließe sich das hohe Handelsdefizit der USA gegenüber Japan etwas verkleinern. Zugleich könnte Präsident Trump den japanischen Auftrag für die US-Waffenschmiede Lockheed Martin über Twitter als persönlichen Erfolg seiner Wirtschaftspolitik verkaufen.

Tatsächlich beschloss das Kabinett heute einen fünfjährigen Verteidigungsplan mit Ausgaben von 27,5 Billionen Yen (215 Milliarden Euro). Aus diesem Etat sollen mehr US-Kampfflugzeuge vom Typ F-35 gekauft werden. Aktuell hat Japan 42 dieser Tarnkappenbomber vom Typ F-35A erhalten oder bestellt. Insgesamt sollen es auf mittelfristige Sicht 147 werden.

Dabei will Japan diesmal Bomber vom Typ F-35B erwerben, die beim Start sehr schnell abheben und zugleich senkrecht landen können. Diese Anforderung ist notwendig, weil die Flugzeuge auf zwei Hubschrauberträger stationiert werden sollen, der zu Flugzeugträger aufgerüstet werden.

Bausatz oder Fertigflieger

Dennoch muss die Regierung mit dem Etat gut haushalten. Eine Möglichkeit wäre, dass die Kampfflugzeuge direkt aus den USA geliefert werden. Das würde dort Arbeitsplätze schaffen und Trump noch mehr zufriedenstellen. Derzeit werden die F-35 als Bausatz geliefert und in Japan zusammengeschraubt. Diese Jobs für Japaner gingen zwar verloren, aber der Preis pro Flugzeug sänke von 15 Milliarden um mehr als ein Viertel auf 11 Milliarden Yen (86 Millionen Euro).

Eine zweite Baustelle der Verteidigungspolitiker ist der Militärflieger F-2. Diese Maschine wird von Mitsubishi Heavy Industries und Lockheed gebaut. Bei dem Nachfolgemodell möchte Japan eine führende Entwicklungsrolle spielen. Doch hier kommt Japan Trump nicht entgegen und hält an seinem Führungsanspruch für das Waffenprojekt fest. Eine internationale Kooperation ist eingeplant, aber auf die USA hat sich die Regierung bisher nicht festgelegt.

Foto: F-35A (Wikipedia CC0)