Tokio (JAPANMARKT) – Mit Stammzellen lassen sich offenbar Schädel-Hirn-Traumata reparieren. Dafür bewiesen die Gründer von SanBio einen langen Atem.

Durchbruch in Japan

Der japanische Durchbruch erregte international wenig Aufsehen. Anfang November veröffentlichte das Biotechnologie-Unternehmen SanBio die Ergebnisse der zweiten Phase einer klinischen Prüfung ihrer Zellen SB623. Danach hatten sich die motorischen Fähigkeiten von Patienten mit einem Schädel-Hirn-Trauma statistisch signifikant verbessert.

Ende November folgte mit dem Ergebnis einer klinischen Studie in den USA der nächste Streich. Die Stammzellen verhalfen nach zwei Jahren Behandlung auch Patienten mit einem ischämischen Schlaganfall zu einer verbesserten Kontrolle ihrer Körperglieder.

Nach Ansicht von Analysten der Investmentbank Nomura könnten sich die Zellen SB623 zu einer bahnbrechenden Therapie auf einem Gebiet entwickeln, auf dem es bisher überhaupt keine Möglichkeiten einer Behandlung gibt. In Japan könnte SanBio bereits 2020 einen Zulassungsantrag stellen. Die Finanzierung von Herstellung und Vertrieb der Zellen ist schon gesichert.

Gründer als Milliardäre

An der Börse wird der zukünftige Erfolg schon vorher gefeiert. Der Aktienkurs stieg seit Anfang November um mehr als das Doppelte. Die japanischen Biochemiker Toru Kawanishi und Keita Mori hatten SanBio 2001 gegründet. Nun sind Kawanishi mit 25 Prozent Anteil und Mori mit zwölf Prozent Anteil auf dem Weg zu Euro-Milliardären.

Die zwei Gründer hatten sich als Studenten in Tokio kennengelernt und waren dann ins Silicon Valley umgezogen. Doch die vereinfachte Regulierung für regenerative Therapien lockte die beiden Forscher vor fünf Jahren zurück nach Japan. Bei ihrer Therapie werden Stammzellen in beschädigte Hirnregionen gespritzt, die dort zu Gehirnzellen heranwachsen.

Foto: Zwei Sorten Schlaganfall (Wikipedia CC BY-SA 4.0)