Tokio (JAPANMARKT) – Im Zentrum der japanischen Hauptstadt sind so gut wie alle Büros vermietet. Das hat es seit den achtziger Jahren nicht mehr gegeben.

Gefragtes Zentrum

Nach Daten des Immobiliendienstleisters Miki Shoji standen im November nur 1,98 Prozent der Büroflächen in den fünf Tokioter Zentralbezirken Chiyoda, Chuo, Minato, Shinjuku und Shibuya leer. Das waren 0,22 Prozentpunkte weniger als im Oktober. Im Vergleich zum November 2017 ist die Leerstandsrate sogar um knapp ein Drittel gesunken.

Dieser Abwärtstrend hält bereits seit 2012 an. Seitdem hatte sich Japans Wirtschaft stetig von der großen Finanzkrise erholt und unter der Regierung von Shinzo Abe die zweitlängste Expansionsphase seit dem Weltkrieg durchlaufen. Die gute Konjunktur ist ein Grund dafür, dass die Leerstandsrate unter die Schwelle von fünf Prozent gefallen ist, die einen ausgewogenen Markt anzeigt.

Ausweitung der Flächen

Der zweite große Trend besteht darin, dass viele Unternehmen in Tokio ihre Flächen ausweiten, um neue Angebote zu machen oder mit ihnen zu experimentieren. Der Spielespezialist Sega Sammy Holdings zum Beispiel eröffnete eine eigene Cafeteria und eine Bar, damit die Mitarbeiter stärker untereinander kommunizieren. Wenn ein Mieter auszieht, sichern sich die Nachbarn die Fläche häufig für sich selbst.

Außerdem sehen viele Unternehmen die Notwendigkeit, entweder ihre Zentrale ganz in die Hauptstadt Tokio zu verlegen oder zumindest eine größere Zweigstelle dort zu unterhalten. Angesichts dieser stark gestiegenen Nachfrage ist es erstaunlich, dass die Mietpreise für Büros nur langsam gestiegen sind. Laut der Finanzzeitung Nikkei haben die Mieten noch nicht das Niveau des Jahres 2008 erreicht, in dem die Finanzkrise ausbrach.

Foto: Stadtviertel Shiodome in Tokio (Pxhere CC0)