Tokio (JAPANMARKT) – Die Telekom-Sparte der japanischen Technologiegruppe Softbank Group hat Japans größten Börsengang geschafft. Aber der Start der Aktien enttäuschte die Erstzeichner, darunter viele Kleinanleger.

Viele Verkäufe

Die Anteile notierten von Anfang an unter dem Ausgabepreis und gingen zum Börsenschluss mit einem Minus von 14,5 Prozent aus dem Handel. Dies war der schlechteste Start einer neuen Aktie in Japan seit Japan Display vor vier Jahren.

Doch dieser Börsengang hatte ganz andere Dimensionen: Mit einem Volumen von 2,64 Billionen Yen (20,6 Milliarden Euro) war dieses Initial Public Offering (IPO) nach der chinesischen Alibaba Group das zweitgrößte der Börsengeschichte.

Zudem hatte Softbank Group 90 Prozent der Anteile in Japan vor allem Privatanleger angeboten. Daher ist der schwache Börsenstart auch ein Schlag gegen die Pläne von Regierung und Notenbank, die konservativen Japaner zu Risikoanlagen zu ermutigen.

Zweifel bei Profis

Institutionelle Investoren hatten gute Gründe, auf der Seitenlinie zu bleiben. Der Ausgabepreis bewertete Softbank Corp., die Nummer 3 im Mobilfunk in Japan, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis deutlich höher als die Rivalen NTT Docomo und KDDI.

Auch das Versprechen von Softbank, 85 Prozent des Gewinns an die Aktionäre auszuschütten und damit auf eine Dividendenrendite von fast 5 Prozent zu kommen, erregte Misstrauen, da die Erträge der Branche im nächsten Jahr sinken dürften. Marktführer NTT Docomo will die Preise im April um bis zu 40 % senken. Zudem geht im Oktober mit Rakuten ein neuer, vierter Wettbewerber an den Start.

Ein frühes Warnzeichen für einen Preiseinbruch war, dass die Emission offenbar nur zweifach überzeichnet war. Danach fiel das komplette Netz von Softbank Corp. für mehrere Stunden aus. Als letzte Hiobsbotschaft kam, dass der Mobilfunker die Hardware seines chinesischen Hauptzulieferers Huawei komplett ersetzen will. Das könnte sehr teuer werden. Dazu kam das schwache Börsenumfeld.

Foto: Softbank-Logo (flickr/puamelia CC BY-SA 2.0)