Tokio (JAPANMARKT) – Toyota hat viel Geld in den südostasiatischen Fahrdienstanbieter Grab investiert. Langsam zeichnet sich ab, was dahinter steckt.

Neues Angebot

„Total-care Service“ heißt das neue Angebot von Toyota speziell für Fahrdienstleister. Das sind die Betreiber von Taxi- und Mietwagenflotten sowie Fahrtenvermittler wie Uber, Didi und Grab. Toyota bietet die Auswertung realer Fahrzeugdaten, Flottenmanagement, Versicherungen und Wartungspakete an. Nach eigenen Angaben will Toyota die Nutzung von Fahrdiensten vorantreiben und das Fahrerlebnis für Endkunden zu verbessern.

Den Anfang macht der japanische Marktführer in Singapur: Dort bietet die lokale Vertriebsgesellschaft Toyota Motor Asia Pacific die neuen Leistungen zunächst für 1.500 Toyota Fahrzeuge an, die dem Mobilitätsdienstleister Grab gehören. Toyota und Grab haben vor sechs Monaten eine enge Partnerschaft geschlossen. Dabei erhielt Grab eine japanische Kapitalspritze von 1 Milliarde Dollar.

Kapitalbedarf wächst

Zunächst wurde nicht klar, was Toyota mit dieser hohen Investition eigentlich vorhatte. Aber der Ausbau der Partnerschaft zeigt die Richtung auf: Toyota will offenbar vor allem den eigenen Absatz steigern – durch direkte Verkäufe an Grab, an die Flottenpartner von Grab und an einzelne Personen, die auf eigene Rechnung für Grab fahren. Anschließend wird auch mit der Wartung gutes Geld verdient, weil solche Fahrzeuge rund fünf Mal mehr Kilometer fahren als privat genutzte Autos.

Konkret wurde zwischen den beiden Partnern vereinbart, dass der Anteil der Toyota-Fahrzeuge in der Grab-Flotte in Südostasien bis 2020 auf 25 Prozent zunimmt. Das entspricht 375 Neufahrzeugen, die Toyota auch warten wird. Dieses Geschäftsmodell birgt jedoch ein Risiko für beide Seiten: Wenn Grab sich vom Vermittler zum Flottenbetreiber wandelt, wächst der Kapitalbedarf. Das könnte auch den Grab-Anteilseigner Toyota betreffen.

Foto: Toyota