Tokio (JAPANMARKT) – Der Chefwechsel bei der größten Finanzgruppe MUFG ist ein Signal für eine stärkere Auslandsexpansion. Das Vorbild liefert eine britische Bank mit ebenfalls vier Buchstaben.

Erfahrung im Ausland

Kanetsugu Mike wird zum 1. April Präsident und CEO der Finanzgruppe Mitsubishi UFJ (MUFG). Er folgt auf Nobuyuki Hirano, der nach sechs Jahren an der Spitze von Japans führender Finanzgruppe zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats aufrückt. Zugleich behält der designierte MUFG-Chef auf unbestimmte Zeit seine jetzigen Posten als Präsident und CEO der MUFG Bank, die als Geschäftsbank der Gruppe agiert.

Die Bedeutung der MUFG Bank hatte zuletzt abgenommen. Ihr Anteil am Nettoertrag schrumpfte in fünf Jahren von 69 Prozent auf 44 Prozent, während der Fokus der Gruppe ins Ausland wanderte, etwa durch die Beteiligungen an Morgan Stanley und der Union Bank in Kalifornien sowie Zukäufe in Thailand und Indonesien.

Der internationale Fokus erklärt auch die Auswahl des neuen Chefs, da dieser viel Erfahrung in den internationalen Operationen der Finanzgruppe gesammelt hat. Dagegen kamen in der Vergangenheit die Leiter der Gruppe meistens aus der Unternehmensplanung.

Fokus auf Integration

Als typisch japanisches Eigengewächs trat Mike 1979 in den Vorläufer der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ ein. Während der Fusion der Bank of Tokyo und der UFJ Bank 2006 steuerte er die Zusammenführung der Systeme. Vor fünf Jahren kümmerte er sich nach der Übernahme der Mehrheit um die Integration der thailändischen Bank of Ayudhya in die Gruppe. Auch die Eröffnung eines MUFG-Ablegers in Saudi-Arabien geht auf sein Konto.

Als Leiter der MUFG Bank seit Juni 2017 war der heute 62-jährige Mike dafür zuständig, die Trennung der nationalen und internationalen Abteilungen zu überwinden. Nur auf diese Weise könne die MUFG „richtig global“ werden, begründete er den Umbau. Zuletzt resultierten 40 Prozent der MUFG-Erträge aus dem Ausland. Aber im laufenden Geschäftsjahr könnte der Auslandsanteil erstmals 50 Prozent übersteigen.

Als Vorbild für die japanische Finanzgruppe sieht ihr bisheriger Chef Hirano die britische Bank HSBC. Daher wurde auch das Akronym MUFG für die Geschäftsbank der Gruppe ausgewählt, die bislang Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ Bank hieß. Ihre Restrukturierung soll die Abhängigkeit vom Geschäft in Japan verringern und sie international wettbewerbsfähig machen.

Foto: Filiale der MUFG Bank (Wikipedia CC BY-SA 4.0)