Tokio (JAPANMARKT) – Japans Unternehmen steckten 2018 so viel Kapital wie nie zuvor in innovative Start-ups. Der Trend zeigt sich auch bei vielen Börsengängen.

Erweiterter Fokus

Die investierte Gesamtsumme stieg laut Daten des japanischen M&A-Beraters Recof um 91 Prozent zum Vorjahr auf 133,8 Milliarden Yen (knapp 1,1 Milliarden Euro). Das bedeutete einen neuen Rekord. Zugleich erweiterten die Kapitalgeber ihren Fokus von Telekommunikation und Produktion auf Dienstleistungen und Logistik.

Damit hat sich ein Trend in Japan verstärkt, der sich bereits seit einiger Zeit abzeichnete. Etablierte Unternehmen vertrauen nicht mehr darauf, dass ihre eigenen Mitarbeiter in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen die notwendigen Innovationen liefern.

Stattdessen finanzieren sie entweder unter dem eigenen Dach Ausgründungen und Initiativen von eigenen Mitarbeitern oder unterstützen vielversprechende Start-ups, um sie im Erfolgsfall zu übernehmen und in das eigene Portfolio einzugliedern.

Börsengänge als Lohn

Ein beliebtes Instrument dafür sind unternehmenseigene Risikokapitalfonds geworden. Selbst konservative Unternehmen wie Japan Post Holdings, die Dachgesellschaft der japanischen Post, der Stromversorger Tokyo Electric Power Company sowie Japans größte Eisenbahngesellschaft JR East haben inzwischen solche Fonds aufgelegt.

Die steigenden Investitionen in Start-ups spiegeln sich auch in der hohen Zahl von Börsengängen wider. 2018 gingen 91 Unternehmen an die Börse. Das sind fast so viele wie beim bisherigen Rekord von 92 im Jahr 2015. Der Geschäftsschwerpunkt lag 2018 auf Softwarediensten mit 29 Unternehmen, gefolgt von Daten- und Kommunikationsdiensten mit 27 Unternehmen.

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