Tokio (JAPANMARKT) – Die Corporate Governance in Japan soll weiter verbessert werden. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Unabhängige Direktoren

Die japanische Regierung will börsennotierte und privat gehaltene Unternehmen laut japanischen Medienberichten gesetzlich zu mehr unabhängigen Verwaltungsräten und mehr Transparenz bei den Topgehältern zwingen. Die Änderungen im Companies Act sollen voraussichtlich im Geschäftsjahr 2020 wirksam werden.

Damit reagiert die Regierung auf die Kritik an der Unternehmensführung bei Nissan, die für die Verhaftung und Absetzung von Verwaltungsratschef Carlos Ghosn maßgeblich verantwortlich gemacht wird. Zugleich sind die Verbesserungen der Corporate Governance auch eine Anpassung an die japanischen Übernahmen von zahlreichen ausländischen Unternehmen.

Unternehmen in Privatbesitz

Nach den bisher bekannt gewordenen Überlegungen wird mindestens ein externer Direktor zur Pflicht gemacht. Das soll für Unternehmen ab 500 Millionen Yen (4 Millionen Euro) Eigenkapital mit Rechnungsprüfungsausschuss und einer Finanzberichtspflicht gelten. Die Verpflichtung von externen Direktoren wäre für privat gehaltene Unternehmen ein Novum in Japan. Mehrere hundert davon würden nach einer inoffiziellen Schätzung von der neuen Vorschrift erfasst.

Dagegen haben bereits 97,7 Prozent der Unternehmen an der Tokioter Börse mindestens einen externen Direktor. Der Stewardship Code von 2015 empfiehlt mindestens zwei externe Direktoren im Verwaltungsrat. Wer dies nicht erfüllt, muss es begründen. Meistens wird auf die Kosten und den Mangel an geeigneten Kandidaten verwiesen.

Transparenz bei Top-Gehältern

Das Justizministerium will zudem die Regelung präzisieren, wonach die Aktionäre die totale Gehaltssumme der Führungskräfte festlegen. Dies wurde bislang so interpretiert, dass die geschäftsführenden Verwaltungsratsmitglieder die Summe nach Gutdünken verteilen dürfen. Dies war auch die Praxis bei Nissan.

Die Finanzaufsicht drängt darauf, dass die Unternehmen mit Hilfe eines Kabinettsdekrets bereits ab April dazu gezwungen werden, die Methode offenzulegen, mit der die Gehälter der Führungskräfte bestimmt werden. Außerdem sollen die Unternehmen die Top-Gehälter stärker am geschäftlichen Abschneiden ausrichten.

Foto: Osaka (Pxphere CC0)