Tokio (JAPANMARKT) – Softbank investiert weniger in den US-Büroanbieter WeWork als bislang gedacht. Das kommt nicht ganz überraschend.

Gestutzte Investition

Noch Mitte Oktober hatten die Japaner laut US-Presseberichten geplant, die Mehrheit an WeWork zu übernehmen und dafür 16 Milliarden Dollar auszugeben. Nun fließen lediglich 2 Milliarden Dollar. Die Hälfte davon geht zu einem Anteilspreis mit einer Bewertung von 47 Milliarden Dollar direkt an WeWork.

Mit der anderen Hälfte kauft man Mitarbeitern und anderen Investoren Anteile zu einem Preis ab, der einer Bewertung von 23 Milliarden Dollar entspricht. Ein solche geteilte Investition hatte Softbank bereits beim Einstieg in den US-Fahrdienstvermittler Uber vor einem Jahr praktiziert.

Konventionelles Geschäft

Bisher war der japanische Tech-Investor und Softbank-Gründer Masayoshi Son dem Credo von WeWork-Gründer Adam Neumann gefolgt, wonach das Start-up einem Technologieunternehmen gleiche. Jedoch waren die arabischen Ko-Investoren des Softbank Vision Fund wegen des traditionellen Geschäftsmodells von WeWork offenbar anderer Meinung.

WeWork mietet Büro- und Gewerbeflächen langfristig an, renoviert sie, vermietet sie auf Monatsbasis und garniert die Verträge mit Postdiensten, Kaffee und Craft Bier. Deswegen droht im Fall einer Rezession und bei weniger üppigem Kapitalfluss an Jungunternehmen ein Liquiditätsengpass, der WeWork aufgrund des hohen negativen Cashflows schnell gefährden könnte.

Lukrative Wandelanleihe

Aufgrund dieser Einschätzung wollte der Softbank Vision Fund sein Engagement von 4,4 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2017 bei WeWork nicht aufstocken. Daher erhöht nun Softbank im Alleingang den eigenen Anteil um ein Drittel auf 6 Milliarden Dollar. Dabei achtete Softbank-Chef Son wie zuvor auf seinen Vorteil.

So erhielt WeWork im August 2018 von Softbank eine Wandelanleihe über 1 Milliarde Dollar, deren Aktienpreis von der nächsten Finanzierungsrunde abhängt. Falls Softbank der größte Investor dieser Runde wäre, wie es jetzt der Fall ist, erhalten die Japaner einen Minimalpreis von 110 Dollar je WeWork-Aktie.

Eine weitere Investition war an die Vorgabe gebunden, das Japan-Geschäft auszubauen. Auf diesen Büroflächen mieteten sich verstärkt japanische Softbank-Unternehmen und Beteiligungen ein.

Foto: © WeWork