Tokio (JAPANMARKT) – Apple hat im Schlussquartal 2018 weniger Smartphones verkauft als erwartet. Darunter leiden auch die zahlreichen Apple-Zulieferer in Japan.

Weniger Umsatz

Der kalifornische Smartphone-Hersteller hat seine Umsatzprognose für den Zeitraum Oktober bis Dezember von 89 Milliarden bis 93 Milliarden Dollar auf 84 Milliarden Dollar gesenkt. Erstmals seit neun Quartalen würde der Umsatz zurückgehen, teilte Apple mit.

Nach Informationen der Finanzzeitung Nikkei hält die Verkaufsschwäche auch im laufenden Vierteljahr an. Danach soll Apple seinen Zulieferern mitgeteilt haben, dass die produzierte Gerätemenge um zehn Prozent gegenüber der bisherigen Planung gesenkt wird.

Fallende Aktienkurse

Deswegen ist der Aktienkurs von Apple seit dem Allzeithoch von Oktober um mehr als ein Drittel gesunken. In ähnlichem Ausmaß hat die Verkaufswelle an der Börse auch die Zulieferer getroffen. Laut Nikkei-Daten fielen die Aktien von Nidec um mehr als 25 Prozent, von TDK um 38 Prozent und von Murata Manufacturing um 19 Prozent.

Besonderes Augenmerk gilt Japan Display, einst der weltgrößte Zulieferer für Flüssigkeitskristallbildschirme für die meisten Smartphone-Hersteller. Das Unternehmen gehört zu 70 Prozent dem halbstaatlichen Sanierungsfonds Innovation Network Corporation of Japan und schreibt schon länger rote Zahlen. Seine Restrukturierung wird sich nun verzögern.

Breite Auswirkung

Auch der Industrieroboterhersteller Fanuc leidet. Der Aktienkurs fiel um rund ein Viertel seit Anfang Oktober. Fanuc erzielt mit Werkzeugmaschinen für die Herstellung von Smartphone-Gehäusen etwa ein Drittel des Umsatzes. Über die Hälfte davon geht Schätzungen zufolge auf das Konto von Apple. Weniger iPhones bedeutet, dass auch weniger Maschinen bestellt werden.

Weitere Kandidaten für Umsatzeinbußen und Gewinnverluste sind Sony, Hersteller der Bildsensoren und Kameramodule für viele Premium-Smartphones, Kyocera aus Kyoto, ein Hersteller von Keramikhalbleitern, sowie Alps Electric, Hersteller unter anderem von Schwingspulen, sowie Nitto Denko, ein Zulieferer für die Produzenten der Displays. Japan leidet mit Apple.

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