Tokio (JAPANMARKT) – Japans Wirtschaft ist auf dem Weg zur längsten Expansionsphase seit dem Weltkrieg. Jetzt wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht.

Fast sechs Jahre Wachstum

Nach offiziellen Angaben dauert der konjunkturelle Aufschwung in Japan nun schon 58 Monate. Im September 2017 wurde nämlich der 57 Monate andauernde Izanagi-Boom übertroffen, der vom November 1965 bis zum Juli 1970 reichte. Der jetzige Aufschwung hält bereits seit Dezember 2012 an, als Premierminister Shinzo Abe die Parlamentswahl gewann.

Zwar gab es in dieser Zeit einige Negativmonate, etwa nach der Steuererhöhung im April 2014, aber durch eine neue Berechnungsgrundlage des Bruttoinlandsprodukts wurden diese Dellen weggebügelt. Hielte das positive Wachstum bis zu diesem Januar an, würde der alte Rekord von 73 Plus-Monaten in Folge gebrochen. Aufgrund ständiger rückwirkender Datenkorrekturen wird sich dies jedoch erst fünfzehn Monate später herausstellen.

Die japanische Regierung hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Fiskaljahr (bis Ende März 2019) zwar von 1,5 Prozent auf 0,9 Prozent gestutzt, nachdem die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal aufgrund von mehreren Naturkatastrophen zurückgegangen ist. Auch die Weltbank erwartet für Japan im Kalenderjahr 2018 nur noch ein Wachstum von 0,9 Prozent.

Warnzeichen für die Konjunktur

Aber unterm Strich ginge der Aufschwung weiter, wenn auch etwas gebremst. Doch es gibt auch einige Warnlichter: Im Dezember sank das Verbrauchervertrauen auf das Zweijahrestief von 42,7 Punkten. Auch die jüngste Meinungsumfrage der Notenbank mahnt zur Vorsicht.

Danach rechneten knapp 40 Prozent der Befragten damit, dass die wirtschaftlichen Bedingungen in einem Jahr schlechter sind, aber nur knapp acht Prozent eine Besserung erwarten. Das war der höchste Abstand in der Regierungszeit von Shinzo Abe.

Die Sorgen der Befragten sind nicht unberechtigt: Der Wirtschaftsboom der fünfziger und sechziger Jahre basierte darauf, dass die Zahl der Japaner nach dem Krieg stark anstieg und diese Babyboomer dank wachsender Einkommen ihren Konsum steigerten und dabei Kühlschränke, Fernseher und Autos kauften.

Der jetzt laufende Boom wird von der Außennachfrage und der schwachen japanischen Währung getragen. Damit hängt das Wachstum viel mehr von der Weltkonjunktur ab. Genau hier liegt das Risiko in diesem Jahr. Vor allem eine kräftige Aufwertung des Yen könnte die Wirtschaft bremsen.

Foto: Yokohama am Abend (Pxhere CC0)