Tokio (JAPANMARKT) – Honda hat Ende Dezember das erste Geschäftsflugzeug in Japan ausgeliefert. Der Kunde ist ein prominenter Start-up-Investor.

Drei Investoren im Jet

Der HondaJet Elite ging zu einem Preis von 5,25 Millionen Dollar an Kotaro Chiba, den Mitgründer des Spieleunternehmens Colopl. Als Mitnutzer nannte er den Unternehmer Takafumi Horie und Kotaro Yamagishi, CEO des Investmentfonds Keio Innovation Initiative.

Zuvor hatte der HondaJet einen weiteren Meilenstein erreicht: Das Flugzeug erhielt die Zulassung für Japan. Mit einer Reichweite von bis zu 2.600 Kilometer kann der Businessjet von Tokio alle Ziele in Japan und in Korea sowie die Ostküste von China mit Shanghai und Peking erreichen.

Markt in Kinderschuhen

Der japanische Markt für Geschäftsflugzeuge steckt noch in den Kinderschuhen. Nach Angaben der Finanzzeitung Nikkei wurden zuletzt nur 57 solcher privaten Businessjets gezählt. In den USA sind es 19.000 Stück. Deswegen entwickelte Honda ihren Jet in den USA und produziert die Flieger auch dort.

Die Strategie hat sich anfänglich ausgezahlt. 2017 wurden 43 HondaJet an Kunden ausgeliefert. Das waren mehr als doppelt wie im Vorjahr. Der Wettbewerber Cessna lieferte nur 39 Flugzeuge des wichtigsten Modells Citation M2 aus. Doch laut einem Bericht des Magazins Forbes sind die Auslieferungen in den ersten neun Monaten 2018 um 30 Prozent zum Vorjahr gesunken.

Jet schreibt rote Zahlen

Damit dürfte die Flugzeugsparte von Honda auch im Geschäftsjahr 2018 (bis Ende März 2019) rote Zahlen schreiben. 2016 meldete Honda einen operativen Verlust von 43,8 Milliarden Yen (350 Millionen Euro), 2017 waren es 41,8 Milliarden Yen. Auch angesichts von geschätzten Investitionen von ein bis zwei Milliarden Dollar bringt der Jet wohl noch lange kein Geld ein.

Analysten nennen zwei Gründe: Den aktuellen Übergang zur zweiten Generation, dem HondaJet Elite, sowie die Entscheidung, das Flugzeug über ein US-Händlernetz zu verkaufen. Dagegen setzen andere Businessjet-Hersteller auf eigene Verkäufer für eine Kundschaft, die gerne umworben werden will. Doch Honda denkt sehr langfristig und hält bisher am Händlernetz fest.

Foto: HondaJet (Honda)