Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Notenbank hat 2018 deutlich weniger Staatsanleihen gekauft. Doch das ist keineswegs ein Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik.

Weniger Wertpapierkäufe

Die Bank of Japan hat die Bestände ihrer länger laufenden Staatsanleihen im abgelaufenen Jahr nur um 37 Billionen Yen (296 Milliarden Euro) erhöht. Das war deutlich weniger als die 80 Billionen Yen, die jährlich möglich sind.

Zugleich wuchs die Geldmenge nur um 24 Billionen Yen. Dies war der geringste Zuwachs seit Beginn der „quantitativen und qualitativen Lockerung“, wie die Geldpolitik von Gouverneur Haruhiko Kuroda offiziell heißt.

Geänderte Strategie

Der Hauptgrund für diese Veränderung liegt darin, dass die Notenbank mehr – wie in den Jahren 2013 bis 2016 – primär auf die Geldmenge achtet, sondern die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe nahe null zu halten versucht.

Dafür reichen geringere Kaufsummen für Staatsanleihen aus, so dass wiederum die Geldmenge langsamer wächst. Die Politikänderung von 2016 zielt darauf, dass die Geschäftsbanken weniger unter der ultralockeren Geldpolitik leiden.

Fenster für Politikwechsel

Aber die jüngste Entwicklung wirft auch ein Schlaglicht darauf, dass die Bank of Japan es im vergangenen Jahr versäumt hat, ihre Lockerungspolitik zu beenden. Dabei hatte Kuroda noch Anfang November vor Wirtschaftsvertretern in Nagoya angedeutet, die Deflation sei überwunden. Diese Einschätzung dürfte der Bankgouverneur heute bereuen.

Inzwischen ist nämlich der Ölpreis deutlich gefallen, der Yen hat aufgewertet. Zudem hat sich die Konjunktur in China abgeschwächt, was die fallenden Verkaufszahlen von Autos und Smartphones belegen. Außerdem steigt im Oktober in Japan die Umsatzsteuer auf zehn Prozent, was einige konjunkturelle Risiken mit sich bringt.

Daher dürfte die Bank of Japan in diesem Jahr ihre bisherige extreme Geldpolitik nicht nur fortsetzen, sondern womöglich eher weiter lockern. Damit könnte sie erneut vom internationalen Trend abweichen.

Foto: Bank of Japan (Wikipedia CC BY-SA 4.0)