Tokio (JAPANMARKT) – Früher hat Honda immer alles alleine gemacht. Diese Zeiten sind dabei. Das zeigt sich beim autonomen Fahren.

Partnerschaft mit China

Als Motorenspezialist hat sich Honda vom Motorradhersteller über den Autobauer bis zum Flugzeugproduzenten entwickelt und alles jeweils im Alleingang geschafft. Niemand verkörperte den Geist von Honda mehr als die Entwickler und Ingenieure.

Doch diese Maxime gilt nicht mehr. Das Management hat eingesehen, dass Honda nicht allein in die Welt der vernetzten und autonomen Autos fahren kann. Zwar baut Honda ein eigenes Entwicklungszentrum für künstliche Intelligenz in Japan auf. Aber als ein Partner wurde das chinesische Start-up SenseTime gewählt.

SenseTime ist das weltweit am höchsten bewertete Jungunternehmen für künstliche Intelligenz und wurde zuletzt mit über 4,5 Milliarden Dollar bewertet. Laut einem Bericht des Finanzdienstes Bloomberg sammelt SenseTime gerade zwei Milliarden Dollar an frischem Kapital ein. Zu den ersten Geldgebern gehörte die Alibaba Group.

Tests in Japan

Die Kooperation mit Honda ist bereits konkret geworden. In Joso nahe der Universitätsstadt Tsukuba 50 Kilometer im Nordosten der japanischen Hauptstadt haben Honda und SenseTime ein Testgelände für autonomes Fahren eröffnet. Die Anwohner dürfen das Gelände und die Fahrzeuge besichtigen.

SenseTime ist nicht das einzige chinesische Unternehmen, das für das autonome Fahren nach Japan kommt. Der Internetriese Baidu ist ebenfalls schon in Japan und dort eine Partnerschaft mit dem Softbank-Projekt SB Drive und dem chinesischen Autohersteller King Long eingegangen. Dabei geht es um autonom fahrende Busse.

Foto: Testgelände in Joso (© SenseTime)