Tokio (JAPANMARKT) – Auf induzierten pluripotenten Stammzellen ruhen große therapeutische Hoffnungen. Jetzt planen japanische Forscher ihren ersten Einsatz gegen bösartige Tumore.

Erste Therapie dieser Art

Ein Team von Wissenschaftlern der Universität Chiba und des Riken Center for Integrative Medical Sciences will einen klinischen Test einer neuartigen Krebstherapie durchführen. Der Antrag wird im Herbst gestellt. Danach soll der Test so schnell wie möglich verwirklicht werden.

Die Forscher wollen Immunzellen, die sie aus induzierten pluripotenten Stammzellen erzeugen, einsetzen, um Tumore im Kopf und Nacken zu bekämpfen. Es werden Patienten mit wiederkehrenden Tumoren ausgewählt, bei denen ein chirurgischer Eingriff nicht ausreicht. Es wäre die erste Anti-Krebs-Behandlung mit solchen Stammzellen in Japan.

Verstärkte Krebsabwehr

Das Prinzip wirkt auf den ersten Blick einfach: Man nimmt das Blut von gesunden Menschen und filtert die sogenannten T-Killerzellen heraus. Ihre Aufgabe ist die Bekämpfung von entarteten und körperfremden Zellen. Diese T-Zellen werden in Stammzellen verwandelt und daraus neue T-Zellen gezüchtet. Diese Zellen werden den Patienten drei Mal gespritzt.

Bei der ersten Spritze erhalten die Patienten 30 Millionen T-Zellen. Ihre Wirkung auf den Organismus und die Tumore wird abgewartet. Danach wird über den Umfang der zweiten und dritten Injektion entschieden. Bei klinischen Vortests wurde festgestellt, dass die Zahl der Krebszellen zurückging, nachdem körpereigene T-Zellen vermehrt und gegeben wurden.

Risiko von Stammzellen

Allerdings beinhaltet diese Therapie ein Risiko, da sich die Stammzellen nicht nur in T-Killerzellen, sondern auch in entartete Tumorzellen verwandeln können, falls die Umwandlung nicht richtig gelingt. Doch die Forscher erwarten, dass solche Tumorzellen vom Immunsystem erkannt und beseitigt werden, und gehen dieses Risiko daher ein.

Die Therapie ist eine Antwort auf das Problem, dass menschliches Blut nur relativ wenige körpereigene T-Zellen enthält und ihre Vermehrung aufwändig und kompliziert ist. Der Weg über induzierte Stammzellen kann schneller und effektiver eine große Zahl von T-Zellen produzieren, so dass die Tumore ebenso schnell und effizient attackiert werden können.

Foto: Tumorzellen (Pixabay CC0)