Tokio (JAPANMARKT) – Hitachi steigt aus dem Atomreaktorbau in Großbritannien aus. Als Trostpflaster gibt es einen Großauftrag für Hitachi Rail aus Taiwan.

600 Waggons für Taiwan

50 Züge zu je zwölf Waggons soll Hitachi Rail an die Taiwan Railways Adminstration liefern. Die 600 Bahnwaggons werden ab 2021 ausgeliefert, um die Kapazität der Eisenbahn in Taiwan zu erweitern.

Der Auftrag deckt rund die Hälfte der geplanten Modernisierung in Taiwan ab und hat hat ein Volumen von 44,3 Milliarden Taiwan-Dollar (knapp 1,3 Milliarden Euro). Erstaunlicherweise verlangt die taiwanesische Eisenbahn keine Produktion im Land. Stattdessen werden die Waggons in einem Werk in der Präfektur Yamaguchi gebaut und nach Taiwan verschifft.

Ganz zufällig erhielt Hitachi den Auftrag allerdings nicht. Der japanische Bahnhersteller beliefert Taiwan schon seit den sechziger Jahren. Vor zwölf Jahren stellte Hitachi ein Betriebssystem für Geschosszüge als Teil eines japanischen Konsortiums bereit.

Langjährige Geschäftsbeziehung

Das gute Renomee stammt jedoch eher aus der Lieferung von Neigezügen an Taiwan, die seit Mai 2007 in Taiwan fahren. Diese Züge mit dem Spitznamen „Taroko“ neigen sich in Kurven nach innen, um eine höhere Geschwindigkeit zu ermöglichen. Die Technik stammt ursprünglich aus Europa und wurde von Hitachi weiterentwickelt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/8 erwirtschaftete die Zugsparte von Hitachi einen Umsatz von 563 Milliarden Yen (4,5 Milliarden Euro). Mehr als die Hälfte davon wurde in Europa erzielt. Dort betreibt Hitachi Fabriken in England und Italien und produziert vor allem für den britischen Markt. Die Zentrale von Hitachi Rail ist in London angesiedelt.

Foto: Hitachi EMU Zug in Japan (Wikipedia CC BY 2.5)