Tokio (JAPANMARKT) – Zu Japans wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten der letzten Jahre gehört der Tourismus. Das geringere Wachstum ist kein Anlass zur Besorgnis.

Weniger Wachstum

Die Zahl der eingereisten Auslandsbesucher und ihre Ausgaben in Japan sind 2018 das siebte Jahr hintereinander auf neue Rekordhöhen gestiegen. So kamen 31,2 Millionen Besucher und damit fast drei Mal so viele wie vor fünf Jahren. Das entsprach einem Wachstum um knapp acht Prozent zum Vorjahr.

2017 hatte die Zahl der Touristen jedoch noch um 19 Prozent zugenommen. Damit die Regierung ihr Besucherziel von 40 Millionen im Olympia-Jahr 2020 erreicht, bräuchte es jeweils ein Wachstum von knapp 14 Prozent in diesem und im nächsten Jahr. Das halten Analysten für durchaus wahrscheinlich.

Das geringere Wachstum im Vorjahr ging nämlich auf das Konto mehrerer Naturkatastrophen. Dabei wurde unter anderem der wichtige Auslandsflughafen Kansai International lahmgelegt und der Zugang zur Nordinsel Hokkaido eingeschränkt. Zudem schreckten die Katastrophennachrichten potenzielle Besucher ab.

Hohe Umsatzerwartung

Weniger optimistisch sind Tourismus-Kenner für die Ausgaben der Besucher. Im vergangenen Jahr wuchsen die Ausgaben mit der gleichen Rate wie die Besucherzahl auf 4,5 Billionen Yen (36 Milliarden Euro). Der einzelne Tourist gab mit rund 150.000 Yen während seines Aufenthaltes unterm Strich etwas weniger Geld aus als 2017.

Das bedeutet jedoch, dass das Umsatzziel von acht Billionen Yen (64 Milliarden Euro) für 2020 sich kaum erreichen lässt. Gäbe jeder Tourist nicht mehr aus als heute, käme im Stichjahr 2020 nur ein Gesamtkonsum von sechs Billionen Yen bei 40 Millionen Besuchern zustande.

Zwar dürften viele Preise etwa für Übernachtungen im Olympiajahr 2020 höher sein, aber dieser Effekt dürfte nicht ausreichen. Die Regierung muss ihren Anspruch in Sachen Touristenkonsum wohl etwas herunterschrauben.

Foto: Tempel Kinkakuji in Kyoto (Pixabay CC0)