Tokio (JAPANMARKT) – Japan und die USA stehen kurz vor der ersten ernsthaften Gesprächsrunde über einen bilateralen Handelsvertrag. Der Rahmen ist bereits abgesteckt.

Zölle oder Dienste

Schon Mitte Dezember hatten die beiden Verhandlungsführer bekräftigt, dass wie zuvor verabredet zunächst über den Warenverkehr gesprochen wird. Auf der japanischen Seite führt Wirtschafts- und Fiskalpolitik-Minister Toshimitsu Motegi die Delegation an, auf US-amerikanischer Seite ist Robert Lightizer der Verhandlungsführer. Weil Lightizer als Handelsbeauftragter auch für China zuständig ist, gibt es bisher keinen festen Termin für die erste Verhandlungsrunde mit Japan.

Trotz des scheinbaren Konsenses gehen die Meinungen zwischen beiden Ländern weit auseinander. Die Regierung in Tokio will sich auf Waren und Zölle zu konzentrieren. Dagegen will die US-Administration in Washington auch viele Dienstleistungen in den Handelsvertrag hineinnehmen, darunter Finanzen, Telekommunikation und Pharmazeutik. Das Büro des US-Handelsbeauftragten hatte Ende Dezember seine Verhandlungsziele für 22 spezifische Bereiche veröffentlicht. Darunter sind auch der Schutz von geistigesm Eigentum sowie von Investitionen.

Ringen um Fahrzeuge

Konkret wollen die USA einen zollfreien Zugang für amerikanische Industrieprodukte sowie die Verringerung und Abschaffung von Zöllen für landwirtschaftliche Erzeugnisse erreichen. Laut dem Dokument drängt Washington auch auf einen ausgeglicheneren Handel mit Fahrzeugen. Die Details sind unklar. Aber die Gewerkschaft der Automobilarbeiter hatte strikte Quoten für japanische Autos und Fahrzeugteile verlangt, die vom Wachstum der US-Importe in Japan abhängig sein sollen.

Außerdem will die US-Adminstration Japan dazu verpflichten, auf eine Manipulation des Wechselkurses zu verzichten, damit es dadurch zu keinen Wetbewerbsvorteilen komme. Das nährt die Sorge in Tokio, dass man von Washington an den Pranger gestellt werden könnte, falls die japanische Notenbank ihre Geldpolitik in diesem Jahr weiter lockern sollte.

Foto: flickr/Nico Le Roux CC BY-SA 2.0