Tokio (JAPANMARKT) – Weltweit schätzen Feinschmecker japanisches Edelrindfleisch. Jetzt wird es erstmals im Labor gezüchtet.

Schwarzrinder aus Japan

Wagyu – wörtlich „Japan-Rindfleisch“ – meint die vier in Japan heimischen Schwarzrind-Rassen. Am bekanntesten ist das Kobe-Rind. Das Fleisch dieser Tiere schmilzt aufgrund bestimmter Proteine und einer stärkeren Durchmischung mit Fett regelrecht auf der Zunge und erzielt als „Rolls-Royce des Fleisches“ hohe Preise an der Theke und im Restaurant.

Doch der Wagyu-Produzent Toyoma aus der Präfektur Gunma, der Rinder der Akagi-Rasse züchtet, arbeitet nun mit dem kalifornischen Start-up Just zusammen, um Fleisch der gleichen Wagyu-Konsistenz in der Petrischale herzustellen. Das stärkste Motiv dahinter: Der japanische Hersteller erhofft sich eine neue Einnahmequelle, wenn die Zellen seiner Rinder im Labor vermehrt werden.

Scharfer Preiswettbewerb

Der Verband der Wagyu-Produzenten hat nämlich einerseits den Export der Rinder ins Ausland verboten. Andererseits müssen die Hersteller hohe Preise für Kühe der besten Rassen zahlen. Dadurch herrscht ein scharfer Preiswettbewerb zwischen den Züchtern beim Fleischverkauf an die Zwischen- und Großhändler in Japan. Das schränkt die Verdienstchancen der Produzenten ein.

Das Start-up Just wiederum agiert bei der Herstellung von Kunstfleisch ebenfalls in einem Umfeld mit zahlreichen Rivalen. Gelänge es, Wagyu-Fleisch im Labor herzustellen, könnte man dafür deutlich höhere Preise verlangen, so dass dieses Kunstfleisch sich wirtschaftlich rentabler produzieren ließe. Das israelische Startup-Unternehmen Aleph Farms hatte kürzlich verkündet, das weltweit erste Steak aus gezüchteten Zellen entwickelt zu haben, aber nichts über die Qualität mitgeteilt.

Foto: Das Start-up Just verkauft pflanzliche Alternativen zu Mayonaise und Eier und entwickelt auch Kunstfleisch. (© Just)